Vermisste Kölner Journalistin in Syrien: Anwalt deutet Hinweise auf dramatische Entwicklung an

Von Florentine Dame, Maurice Hossinger

Köln/Berlin - Eineinhalb Monate nach den letzten Informationen ihrer Familie rund um ihren Aufenthaltsort gibt es erste handfeste Hinweise auf den Verbleib der Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann (36) in Syrien.

Eva Maria Michelmann (36) soll am 18. Januar zusammen mit einem Journalisten-Kollegen von Kräften der Übergangsregierung festgenommen und per Auto verschleppt worden sein.  © Moawia Atrash/dpa

Laut ihres Anwalts Frank Jasenski gehe man aktuell davon aus, dass die 36-Jährige in einem Gefängnis in Aleppo inhaftiert und festgehalten sein könnte.

"Wir wussten bislang nur, dass und wo sie in die Hände der syrischen Sicherheitskräfte gefallen war", sagte Jasenski der Deutschen Presse-Agentur.

So hätten freigelassene Gefangene von dort den kurdischen Journalisten, der zeitgleich mit Michelmann festgenommen worden sei, als einen der Inhaftierten erkannt.

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"Es ist in dem Gefängnis eine Art offenes Geheimnis, dass dort auch eine deutsche Journalistin inhaftiert ist", sagte Jasenski unter Berufung auf die Augenzeugenberichte weiter. Er gehe wie auch die Familie davon aus, dass es sich um Michelmann handele. 

Die Informationen habe man umgehend an das Auswärtige Amt weitergereicht. Mit "diesem ersten Lebenszeichen nach Monaten der Ungewissheit" seien die deutschen Behörden nun aufgefordert, mit Nachdruck eine Freilassung zu erwirken.

"Das Auswärtige Amt hätte jetzt die Möglichkeit, von den syrischen Behörden zu verlangen, Zugang zu ihr zu erhalten", sagte Jasenski. 

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Kontakt zu Eva Maria Michelmann seit dem 18. Januar abgebrochen

"Wir arbeiten weiterhin mit Hochdruck daran, die Situation aufzuklären", hieß es auf dpa-Anfrage aus dem Auswärtigen Amt. Die deutschen Botschaften in Beirut und Damaskus seien mit dem Sachverhalt befasst und bemühten sich weiter intensiv um Aufklärung. Dazu stehe man auch mit Ansprechpartnern in Kontakt, die möglicherweise Erkenntnisse zum Verbleib der Betroffenen haben könnten. 

Medienberichten zufolge war die Journalistin aus Köln Mitte Januar in Nordsyrien im Zusammenhang mit einer Offensive der syrischen Armee verschwunden.

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