Klingerbrücke in nur drei Tagen saniert: Ist das ein Modell für die Zukunft?

Leipzig - Nach nur dreieinhalb Tagen rollt der Verkehr auf der Klingerbrücke im Zentrum-West wieder. Im Express-Tempo wurden die Gleise saniert. Dabei handelte es sich um ein Pilotprojekt.

Die Klingerbrücke ist eine wichtige Verbindung in den Westen der Stadt. (Archivbild)
Die Klingerbrücke ist eine wichtige Verbindung in den Westen der Stadt. (Archivbild)  © Christian Grube

"Das ist ein großer Erfolg. Wir sind sehr pünktlich fertig geworden", teilte Marc Backhaus, Pressesprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe, auf TAG24-Anfrage mit.

Von Donnerstag (3. Juli), um 18 Uhr, bis Montag ( 7. Juli), um 4 Uhr, wurden die Gleise auf der Klingerbrücke saniert. Diese hätten eine Nutzung bis 2029, wenn die Klingerbrücke und die Käthe-Kollwitz-Straße sowieso erneuert werden, nicht mehr ausgehalten.

Da auch die Zeppelinbrücke parallel baubedingt gesperrt ist, testete man ein neues Pilotprojekt - und verwandelte die Baustelle in eine sogenannte "X-Press-Baustelle". Im Drei-Schicht-System und auch in der Nacht wurde gearbeitet, um die Verkehrseinschränkungen zu minimieren.

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"Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit IFTEC und STRABAG wurde ein gutes Ergebnis erzielt", sagte Marc Backhaus zufrieden.

Die Gleise waren in keinem guten Zustand. Hätte man länger gewartet, hätte sich das Ausfallrisiko erhöht. (Archivbild)
Die Gleise waren in keinem guten Zustand. Hätte man länger gewartet, hätte sich das Ausfallrisiko erhöht. (Archivbild)  © Christian Grube
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Die Express-Baustellen erfordern einen hohen planerischen Aufwand

Mehrere Straßenbahnlinien fahren täglich über die Brücke und beanspruchen die Gleise. (Archivbild)
Mehrere Straßenbahnlinien fahren täglich über die Brücke und beanspruchen die Gleise. (Archivbild)  © Christian Grube

Ob in Leipzig in Zukunft öfter im Eiltempo gebaut werden kann, muss jetzt geprüft werden. Auf der Klingerbrücke hat zwar alles nach Plan geklappt, aber laut dem Pressesprecher müssen dafür viele Faktoren passen.

Wenn beispielsweise in der Nacht gebaut wird, bedeutet das auch Lärm für die Anwohner. Im Zentrum-West gab es dieses Mal keine großen Beschwerden. In Zukunft müsse man trotzdem aber immer genau prüfen, wo diese Baustellen möglich sind.

Auch bautechnologisch sind die schnellen Baustellen eine Herausforderung. Die verschiedenen Stoffe werden gleichzeitig bearbeitet, haben aber auch unterschiedliche Trocknungszeiten, die eingehalten werden müssen.

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Ein großer Unsicherheitsfaktor war laut Backhaus zudem das Wetter. Am vergangenen Wochenende waren die Bedingungen gut, aber für Baustellen braucht es generell trockenes Wetter und eine gewisse Mindesttemperatur, gleichzeitig darf es aber auch nicht zu heiß sein.

Aktuell wird ausgewertet, wie wirtschaftlich und sinnvoll die "X-Press-Baustellen" aus technologischer Sicht sind. Die Mehrkosten werden noch abgerechnet. Auch das wird in die Entscheidung über zukünftige Baustellen im Eiltempo mit herein spielen.

Titelfoto: Bildmontage: Christian Grube

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