Markkleeberg - Jetzt geht plötzlich alles ganz schnell. Zur Stabilisierung der einsturzgefährdeten Agra-Brücke (B2) im Leipziger Südraum sind trotz Frost und Schnee binnen eines Monats die Gründungsarbeiten abgeschlossen worden. Jetzt sollen bei laufendem Verkehr neue Stützpfeiler errichtet werden.
Der Agra-Park präsentiert sich seit Tagen im frostigen Weiß. Nur unter der maroden DDR-Stahlbetonbrücke muss der Winter Pause machen. Rund 2400 Kubikmeter Boden sind dort nach Angaben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (LASUV) seit Jahresbeginn bewegt und gegen 1900 Kubikmeter Magerbeton ausgetauscht worden. Der soll als Gründungspolster für das Notstützen-System dienen.
Es seien insgesamt 110 Lkw-Ladungen Material gewesen, die zur Stabilisierung des Baugrunds angekarrt wurden, berichtet LASUV-Sprecherin Corinna Saring. Was nun folgt: "Insgesamt werden 408 Schwerlaststützen mit einer jeweiligen Tragfähigkeit von 19 Tonnen verbaut", so Saring.
Die 375 Meter lange Brücke besteht aus 17 Feldern. Saring: "In jedes Feld kommen zwei Unterstützungssysteme, jeweils ausgestattet mit 12 Stützen."
Sollte weiterer Spannstahl im DDR-Beton brechen, könnten die Stützen gemeinsam bis zu 7800 Tonnen Last sicher abtragen – auch unter laufendem Verkehr.
Östlicher Brückenzug wird gestützt, der westliche abgerissen
Die Stützen hat das LASUV überall in Europa zusammengekauft. Laut Saring sollen sie innerhalb von 20 Arbeitstagen unter dem östlichen Brückenzug montiert werden. Die Gesamtkosten der Notsicherung taxiert die Behörde auf 2,2 Millionen Euro.
Wenn der östliche Brückenzug gesichert ist und stadtaus- wie stadteinwärtiger Verkehr einspurig darüber laufen, wird der westliche für den Verkehr komplett gesperrt und abgerissen. Anschließend soll auf der Westseite der Bau der neuen Agra-Brücke beginnen.
Deren Kosten bezifferte Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar (61, CDU) jüngst mit 50 Millionen Euro.