"Terminliche Zwänge unterschätzt": Leipziger Brücken-Öffnung verschiebt sich um mehrere Monate
Leipzig - Im März lief alles noch nach Plan. Ein halbes Jahr später sieht sich die Stadt Leipzig gezwungen, die für November 2026 angekündigte Freigabe der Zeppelinbrücke auf mindestens Sommer 2027 zu verschieben. Und weitere Verzögerungen aufgrund eines möglicherweise "strengen Winters" wurden ebenfalls schon angekündigt.
Ganz offen kommuniziert das Mobilitäts- und Tiefbauamt auf TAG24-Anfrage, dass der Brückenbaubetrieb die "terminlichen Zwänge des Bauvorhabens unterschätzt" habe. Eigentlich sollte das aktuell für Straßenbahnen eingleisig befahrbare Bauwerk, das den Westen mit dem Zentrum verbindet, im November auch für den motorisierten Verkehr freigegeben werden.
Vorab festgesetzte Termine hätten aber aufgrund eines zu geringen Personal- und "keines effektiven Nachunternehmer-Einsatzes" nicht eingehalten werden können.
Hinzu kamen laut Stadt unvorhergesehene Probleme im Baugrund, darunter Hindernisse bei der sogenannten Rammpfahlgründung des Traggerüsts und eine Nachsondierung gefundener Kampfmittel und aufwendigere Sanierungsarbeiten an der Uferwegbrücke, die als Leistungsänderungen von der Stadt beauftragt wurden.
Durch die bisherigen Verzögerungen seien witterungsabhängige Arbeiten wie Abdichtungsarbeiten und Gasverlegungen in "ungünstige Jahreszeiten" gerutscht, die zu "Sekundärverzügen" geführt hätten und weiterführen könnten.
Baubeginn der Zeppelinbrücke war im Juli 2024 nach Ende der Fußball-EM
Die Fertigstellung der nach der Fußball-EM 2024 begonnenen Bauarbeiten werde frühestens im Juli 2027, im schlechtesten Fall erst im September 2027 erreicht. "Die Verkehrsfreigabe für den motorisierten Individualverkehr wird anstelle November 2026 im Juli 2027 stattfinden", so das Mobilitäts- und Tiefbauamt.
Weiterhin möglich ist den Angaben zufolge die eingleisige Überquerung der Brücke durch Straßenbahnen. Eine ursprünglich für den Herbst 2026 geplante Sperrung für Trams verschiebt sich auf das Frühjahr 2027. Dann werden die Gleise in die Endlage verlegt.
Zu 100 Prozent sind aber auch diese späteren Termine nicht in Stein gemeißelt: "Sollte es einen strengen Winter mit tiefen Temperaturen geben, könnte es zu weiteren Verzögerungen kommen."
Immerhin: Stand Oktober 2026 liege man im Kostenrahmen.
Titelfoto: Bildmontage: Stefan Sauer/dpa; Silvio Bürger

