Coronavirus in Leipzig: Sechster Toter in Sachsen

Leipzig - Spätestens seit Mitte März hat sich das Coronavirus auch in Leipzig breit gemacht. Geschlossene Geschäfte, zahlreiche Infizierte und schließlich die Ausgangssperre: Das geschah in den letzten Tagen in der Messestadt. 

Seit Anfang März hat das Coronavirus die Stadt Leipzig lahmgelegt. 
Seit Anfang März hat das Coronavirus die Stadt Leipzig lahmgelegt.  © Marcel Kusch/dpa (Symbolbild)

Am 5. März wurde der erste Corona-Infizierte in Leipzig registriert (TAG24 berichtete): Der Mann war aus seinem Urlaub in Südtirol zurückgekehrt und hatte über Fieber- und Erkältungssymptome geklagt. 

Seitdem ist die Anzahl der Infizierten in der Messestadt angestiegen und hat schon die 200--Personen-Marke geknackt. 

Mitte März beschloss die Stadt dann, alle Schulen, Bibliotheken, Sporthallen Spielplätze, Bars, Clubs, Vereine, Kirchen, Bordelle, Outletcenter, und Gaststätten ohne Speiseangebot zu schließen. Am 22. März folgte die Ausgangssperre, welche die Bürger aufforderte, das Haus nur zum Verrichten des Notwendigsten zu verlassen. 

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UPDATE, 24. März, 20.50 Uhr: Neue Zahlen für Sachsen

In ganz Sachsen ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen auf 1050 angestiegen. In Leipzig alleine sind es bereits 188 Infizierte, knapp dahinter liegen der Landkreis Zwickau (184) und Dresden (169). Nachdem am Dienstag eine Person aus dem Landkreis Zwickau wegen seiner Erkrankung verstorben war, ist die Anzahl der Corona-Toten im Freistaat auf insgesamt sechs angestiegen

   
© TAG24

UPDATE, 24. März, 19.30 Uhr: Meist junge Menschen am Coronavirus erkrankt

Am Dienstagabend hat sich Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD, 62) mit einer Videobotschaft bei den Leipzigern gemeldet. Zwar sei er froh zu sehen, dass sich die meisten Bürger an die Kontaktsperre halten. Trotzdem seien es meist die 18 bis 45-Jährigen, die sich mit dem Coronavirus infizieren. 

"Die jungen Leute bleiben nicht vom Virus verschont und können auch schwer erkranken", gibt der OB zu bedenken. 188 Menschen seien mittlerweile in der Messestadt infiziert, zehn würden stationär behandelt werden, zwei müssen beatmet werden. "Der Virus ist noch nicht eingedämmt", warnt Jung. 

Deshalb sei es weiterhin nötig, dass man zwar nicht auf den Waldspaziergang mit der Familie verzichte, aber zum Beispiel nur alleine zum Einkaufen geht, um möglichst viele Kontakte zu vermeiden

UPDATE, 24. März, 18.30 Uhr: Sechster Corona-Toter in Sachsen bestätigt

In Sachsen ist ein weiterer Mensch in Folge einer Coronavirus-Infektion gestorben. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag auf Anfrage bekanntgab, handelt es sich um eine Person aus dem Landkreis Zwickau. In dieser Region gibt es besonders viele bestätigte Infektionen. Zu Alter und Geschlecht des Toten konnte ein Sprecher keine Angaben machen. Damit sind inzwischen sechs Menschen im Freistaat an der Atemwegserkrankung Covid-19 gestorben.

Erst am Mittag hatte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) zwei Todesfälle bekanntgegeben. Die Anzahl der mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten gab das Ministerium am Abend weiterhin mit 1018 an.

UPDATE, 24. März, 18 Uhr: Polizei 40 Mal wegen Verstößen gegen Ausgangssperre im Einsatz

Auch am Dienstag gab die Leipziger Polizei ein Update über die Anzahl der Einsätze mit Corona-Bezug. Zwischen Montag und Dienstag waren 40 Einsätze zu verzeichnen. 

Vor allem hatten die Beamten mit Versammlungen vor Supermärkten zu tun: An verschiedenen Orten in Leipzig sammelten sich Menschen zu Reden oder tranken dabei Alkohol. Die Polizei klärte diese über die Allgemeinverfügung auf. In Pegau mussten die Beamten eine Grillparty mit vier bis fünf Personen auflösen. 

Ähnliches geschah in Leipzig-Heiterblick, wo drei Jugendliche mit einem entfachten Grill im Park standen. Auch hier wurden die Teenager belehrt. In Alt-Lindenau wurde ein Kneipenwirt erwischt, wie er fünf Gäste in seinem Schankraum bediente. Der Wirt musste sein Lokal schließen und der Verstoß gegen die Allgemeinverfügung entsprechend geahndet

"Die Arbeit der Leipziger Polizei ist in diesen Krisenzeiten nicht leichter geworden. Wir müssen nicht nur die täglichen Einsätze bewältigen, sondern auch bei der Durchsetzung der Allgemeinverfügung helfen", fasst Polizeipräsident Torsten Schultze zusammen. 

Das Einschränken der Bürger falle den Beamten nicht einfach. Umso mehr helfe es den Beamten, wenn sich die Leipziger verständnisvoll zeigen und die Allgemeinverfügung von alleine beachten würden. 

Das Ordnungsamt bestreift das Rosental. 
Das Ordnungsamt bestreift das Rosental.  © Nico Zeißler

UPDATE, 24. März, 17.45 Uhr: Leere Straßen auch in Grimma

Auch im Landkreis Leipzig halten sich die Bürger an die Ausgangsbeschränkungen, die am Sonntag für ganz Sachsen erlassen worden sind. Auf dem Markt in Grimma herrscht gähnende Leere - wer genau hinsieht, kann sich am dort stehenden Brunnen aber zumindest ein kleines Lächeln abholen. Bürger haben hier ein selbstgebasteltes "Glücksschwein" aufgestellt. 

Gähnende Leere auf dem Marktplatz in Grimma. 
Gähnende Leere auf dem Marktplatz in Grimma.  © Medienportal Grimma
Eine Portion Glück gefällig? Die Bürger von Grimma haben ein süßes Glücksschweinchen auf dem Brunnen abgestellt. 
Eine Portion Glück gefällig? Die Bürger von Grimma haben ein süßes Glücksschweinchen auf dem Brunnen abgestellt.  © Medienportal Grimma

UPDATE, 24. März, 16.20 Uhr: Neue Beschränkungen für Supermärkte und Geschäfte

Vor Geschäften in Sachsen-Anhalt könnte es künftig Einlasskontrollen geben. 
Vor Geschäften in Sachsen-Anhalt könnte es künftig Einlasskontrollen geben.  © Marcus Brandt/dpa

Die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt müssen sich von Mittwoch an auf Einlasskontrollen bei bestimmten Geschäften einstellen. 

Insbesondere große Super- und Baumärkte müssen wegen der Corona-Pandemie sicherstellen, dass nur ein Kunde pro 10 Quadratmeter Verkaufsfläche im Geschäft ist, wie aus Angaben der Landesregierung von Dienstag hervorgeht. Dies könne etwa durch Zugangsbeschränkungen und Einlasskontrollen geschehen.

Das Land konkretisierte am Dienstag die Maßnahmen zur Verlangsamung der Corona-Pandemie weiter. Mit einer "Zweiten Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2" soll die Ausbreitung des Virus weiter gebremst werden.

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten ist laut Sozialministerium in Sachsen-Anhalt bis zum Dienstagvormittag auf 333 gestiegen. Das waren 30 mehr als bei der Meldung am Montagnachmittag.

Die meisten Fälle gibt es der Übersicht nach in Halle (78), im Landkreis Börde (41) und in Magdeburg (39). Laut Ministerium wurden mit Stand Montagabend 19 Infizierte in Krankenhäusern behandelt, drei hätten einen schweren Krankheitsverlauf. Bei den Zahlen des Sozialministeriums kommt es zu einer zeitlichen Abweichung mit den Zahlen der Kommunen. Entsprechend können die Angaben der Städte und Landkreise von den Zahlen des Ministeriums abweichen.

UPDATE, 24. März, 15 Uhr: "Darf ich alleine angeln gehen?"

Nach der Allgemeinverfügung vom Sonntag häufen sich die Fragen unter den Leipziger Bürgern, was denn nun noch erlaubt ist und was nicht. Ein Twitter-User will es ganz genau wissen, wenn es um das Thema Angeln geht und wendet sich über Twitter an die Polizei in Sachsen.

 "Darf ich innerhalb von Leipzig alleine angeln gehen?", fragt der Fischerfreund. Und ja, das geht wohl: "Sport, in diesem Fall auch Angeln, ist im Umfeld des Wohnbereichs erlaubt. Petri heil", antworten die Beamten auf Twitter. Wie aber verfahren werden soll, wenn man nicht gerade einen See vor der Haustür hat, bleibt unbeantwortet...

UPDATE, 24. März, 13.15 Uhr: Italienische Patienten in kritischem Zustand

Die beiden in der Nacht zu Dienstag aus Italien eingeflogenen Coronavirus-Patienten werden am Universitätsklinikum Leipzig intensivmedizinisch betreut. "Sie sind in einem kritischen Zustand", sagte Klinikumssprecher Markus Bien am Dienstag.

Neben den beiden Patienten aus Italien habe die Klinik aktuell keine weiteren beatmungspflichtigen Coronavirus-Patienten, hieß es.

Am Dienstagnachmittag sollen weitere Patienten aus Italien nach Sachsen geflogen werden.

Weitere Infos dazu gibt es hier

 
© Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

UPDATE, 24. März, 13 Uhr: Bahnhofsbuchhandlung Ludwig wieder offen

Einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" zufolge soll die Buchhandlung Ludwig am Leipziger Hauptbahnhof wieder geöffnet sein.

Die Bahnhofsbuchhandlung war am Montag nach eigenen Angaben vom Ordnungsamt der Stadt geschlossen worden.

UPDATE, 24. März, 12.50 Uhr: Immernoch Rückholflüge nach Sachsen

An den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden kommen weiterhin Rückholflüge mit Urlaubern aus dem Ausland an. In Dresden landete am Dienstagmorgen eine Passagiermaschine aus Antalya, die Urlauber zurück nach Deutschland brachte, wie Flughafensprecher Björn-Henrik Lehmann sagte. An Bord des Flugzeugs müssten die Passagiere wegen der Coronavirus-Pandemie Kontaktformulare ausfüllen. Damit soll auch dokumentiert werden, wer mit wem im Flugzeug gesessen hat, so Lehmann.

Normale Linienflüge finden derweil in Dresden nur noch vereinzelt statt. Am Dienstag wurden lediglich zwei Flüge aus Düsseldorf und London erwartet. Auch am Flughafen Leipzig/Halle ist der normale Flugverkehr fast zum Erliegen gekommen. Rückholflüge sollen aber weiterhin stattfinden, sagte Flughafensprecher Uwe Schuhart. "Wir als Flughafen sind betriebsbereit", sagte er.

Am Montag sei ein Flugzeug aus Dubai sowie zwei Maschinen aus Ägypten in Leipzig/Halle gelandet. Auch die Ankömmlinge in Leipzig mussten laut Schuhart dem Gesundheitsamt ihre Kontaktdaten hinterlassen. Die Maschinen bringen die Touristen nach Deutschland und fliegen dann leer wieder zurück, wie er sagte.

In der Nacht zu Dienstag war zudem eine Maschine mit zwei an Covid-19 erkrankten Intensivpatienten aus Italien am Flughafen Leipzig/Halle gelandet. Sie sollen am Universitätsklinikum Leipzig behandelt werden, wie das Auswärtige Amt auf Twitter mitteilte.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa (Symbolbild)

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