Angriff auf Signal-Anlagen in Leipzig: Steckt wirklich ein politisches Motiv dahinter?
Leipzig - Ein Angriff auf die Infrastruktur der Deutschen Bahn sorgt seit Sonntag für heftige Störungen im Zugverkehr zwischen Leipzig und Chemnitz. Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes (LKA) ermittelt - doch es ist noch immer unklar, ob wirklich ein politisches Motiv hinter dem Vandalismus steckt.
Am späten Samstagnachmittag fiel in der Leitstelle der Bahn erstmals auf, dass im Leipziger Osten Teile der Signalanlagen nicht mehr richtig funktionieren. Als Techniker vor Ort nach der Ursache schauten, bemerkten sie, dass unter der Bahnbrücke Torgauer Straße Kabelschächte aufgebrochen waren.
Schlimmer noch: Über mehrere Meter waren die Signalkabel zerstört, manche fehlten ganz.
Da ein gezielter Anschlag auf die Verkehrsinfrastruktur nicht ausgeschlossen werden kann, schaltete die von der Bahn alarmierte Bundespolizei sofort das sächsische LKA ein. Dort übernahmen Beamte der Staatsschutz-Abteilung die Ermittlungen.
Von dort hieß es am Dienstag, dass es noch keine eindeutige Zuordnung gebe. Es könne auch die Tat von Buntmetalldieben gewesen sein, die gestört wurden, hieß es aus Ermittlerkreisen.
Zerstörte Signalkabel auf Bahnstrecke: Staatsschutz ermittelt in alle Richtungen
Die Folgen sind jedoch enorm: Seither ist auf der Bahnstrecke zwischen Leipzig und Chemnitz kein normaler Zugverkehr mehr möglich, was vor allem den Regionalexpress RE 6 betrifft. Vom Hauptbahnhof bis zum Haltepunkt Liebertwolkwitz verkehren Pendelbusse als Ersatzverkehr. Alle anderen Züge werden im Abschnitt Geithain - Leipzig-Hauptbahnhof ohne Zwischenhalt umgeleitet, hieß es von der Bahn.
Wie das Unternehmen auf Anfrage erklärte, soll die Störung erst im Laufe des heutigen Mittwochnachmittags behoben sein.
Titelfoto: Montage Silvio Bürger
