Leipzig - Es ist Sommer und auch die Sachsen gehen auf Reisen ins In- und Ausland. Die Urlaubsvorfreude wollen sich Betrüger allerdings gern zunutze machen, was so manchen Messestädter schon eine Stange Geld gekostet hat.
Das Reise-Portal booking.com warnte schon vor einigen Monaten davor, dass Übeltäter sich Zugriff auf Kundendaten in Zusammenhang mit Hotelbuchungen verschaffen.
Kunden des Portals erhalten demnach Nachrichten, die den Anschein erwecken, von booking.com zu kommen. Darin werden die Adressaten aufgefordert, einen Link anzuklicken, um beispielsweise die Hotel- oder Flugbuchung zu verifizieren.
In den Mails wird die tatsächlich gebuchte Unterkunft genannt und auch der Reisezeitraum, weshalb sie erstmal glaubwürdig wirken. Außerdem werden Euch oft mehr Reiseinformationen und auch Fotos angezeigt, zudem ein Geldbetrag, der nicht mit dem von Euch gezahlten Preis übereinstimmen muss oder sogar niedriger ausfällt.
Klickt Ihr aber dann den Link zur Verifizierung der Zahlungsdaten an, kann es richtig teuer werden. Denn es werden damit Zahlungen ausgelöst, die nichts mit booking.com zu tun haben.
Laut Sprecherin Therese Leverenz von der Leipziger Polizei habe es allein im Juni mindestens zwölf solcher Fälle in deren Zuständigkeitsbereich gegeben. Der Gesamtschaden: rund 4000 Euro.
Auch Kleinanzeigen-Betrug häufig: 64.000 Euro Schaden im Juni in Leipzig
Den reiselustigen Menschen wird mit der Masche - oft erst kurz vor Reisebeginn - vermittelt, dass ihre Buchung in Gefahr sein könnte. Panik bricht aus - und genau das wollen die Betrüger.
Noch größer sei der Schaden durch Fälle in Zusammenhang mit dem Verkaufsportal Kleinanzeigen. Betroffene verkaufen etwas, werden von angeblichen Interessenten kontaktiert. Diese behaupten, die Zahlung bereits veranlasst zu haben, dass aber der Zahlungsweg plötzlich nicht funktioniert.
Es wird auch hier ein Link zugesandt, nach dem man seine Zahlungsdaten hinterlegen soll. "Tatsächlich führt die Eingabe der Daten jedoch zu unberechtigten Belastungen des hinterlegten Bankkontos oder der Kreditkarte", so Leverenz.
Der Leipziger Polizei sind derzeit nur im Juni mehr als 70 solcher Fälle bekannt geworden - 64.000 Euro Schaden inklusive.
Aus diesem Grund solltet Ihr immer auf die Namen im Absender achten, auch wenn booking.com erst einmal angezeigt wird. Seid skeptisch bei ausländischen Telefonnummern, klickt nicht auf externe Links und gebt keine sensiblen Daten raus. Nutzt wirklich nur die Plattform, über die Ihr gebucht habt und nutzt auch nur dort die Bezahlfunktion.
Und wenn irgendwas nicht funktioniert und Ihr werdet darüber informiert, meldet Euch beim Kundenservice der Buchungsseite oder direkt bei der Unterkunft, rät die Polizei.