Leipziger Café "Stay" nach Buttersäure-Attacke wochenlang dicht: "Wir bleiben"

Leipzig - Im September 2023 eröffnete das Café "STAY - bleibdochnoch" im Leipziger Stadtteil Reudnitz. Seitdem wird das Lokal immer wieder Ziel von Angriffen, mutmaßlich seitens linker Aktivisten. Seit einer erneuten Attacke mit Buttersäure in der Nacht auf den 25. Dezember ist das "STAY" nun geschlossen. Die Folgen des insgesamt 23. Angriffs stellen die Betreiber nach eigenen Angaben vor immense Herausforderungen. Eine Spendenkampagne soll helfen, das für die Instandsetzungsarbeiten benötigte Geld aufzubringen.

Das "STAY" im Leipziger Stadtteil Reudnitz. Im September 2023 wurde das Café an der Dresdner Straße eröffnet. (Archiv)
Das "STAY" im Leipziger Stadtteil Reudnitz. Im September 2023 wurde das Café an der Dresdner Straße eröffnet. (Archiv)

"Der Betrieb im Café ist leider absolut nicht möglich", sagt René Wagner, Inhaber des Lokals und Pastor der sogenannten "Zeal Church", einer in Mitteldeutschland aktiven Freikirche, die enge Verbindungen zu erzkonservativen Kreisen in den USA unterhalten soll. "Es riecht am Ende wie Erbrochenes, der ganze Laden ist nicht benutzbar. Wir haben jede Woche finanzielle Ausfälle deswegen."

Die nächtlichen Angreifer bohrten laut Wagner zunächst ein Loch in eine der großen Fensterscheiben mit Blick auf die Kapellenstraße und injizierten dadurch knapp einen halben Liter übel riechende Buttersäure.

"Wir bleiben", sagt Wagner in kämpferischem Ton auf Instagram. Es gebe jedoch eine Gruppe von Menschen, die ein Problem damit haben "wer wir sind und was wir glauben", so der Pastor.

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"Wir haben leider das Problem, dass verschiedenste Falschaussagen über uns getätigt werden, dass Lügen erzählt werden. [...] Am Ende geht es darum, uns kleinzukriegen und kaputtzumachen. Das geht gegen die Religionsfreiheit in unserem Land!"

23 Attacken seit September 2023

Pastor René Wagner wolle niemanden mit dem Café bekehren, sagte er gegenüber TAG24 im August 2024. "Wir wollten einfach nur ein Wohnzimmer in einem Teil von Leipzig haben, in dem es aktuell noch nicht allzu viele Cafés gibt." (Archiv)
Pastor René Wagner wolle niemanden mit dem Café bekehren, sagte er gegenüber TAG24 im August 2024. "Wir wollten einfach nur ein Wohnzimmer in einem Teil von Leipzig haben, in dem es aktuell noch nicht allzu viele Cafés gibt." (Archiv)

TAG24 traf sich bereits im September 2024 vor Ort mit dem Pastor und Inhaber und führte ein ausführliches Gespräch über die Vorgänge und wiederholt erhobenen Vorwürfe gegen die Betreiber sowie die Zeal Services GmbH, deren alleiniger Gesellschafter die "Zeal Church" Wagners ist.

Der neuerliche Angriff stellt nun jedoch laut der Organisatorin der Spendenkampagne, Lauryn Heydel, eine "erneute Eskalation" dar.

Demnach habe man zwar immer wieder das Gespräch gesucht und dabei erklärt, dass das Café als Ort für Offenheit, Respekt und ein friedliches Miteinander stehe, "doch statt Verständigung erleben wir eine fortschreitende Eskalation mit dem klaren Ziel, diesen Ort zu verdrängen und zu zerstören", heißt es im Spendenaufruf.

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Das Ziel der "gofundme"-Kampagne liegt bei 20.000 Euro. In zwei Tagen kamen jetzt bereits fast 9000 Euro zusammen. "Wir sind die Stadt der Friedlichen Revolution und dazu stehen wir als Kirche, als Zeal Church und auch als STAY-Café", sagt Pastor René Wagner.

Titelfoto: privat

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