LVB nach Prügel-Attacke auf Busfahrer durch 13-Jährigen: "Bisher nicht für uns ansprechbar"
Leipzig - Diese Tat schockierte in der vergangenen Woche die Messestadt: Ein Busfahrer soll von einem 13-Jährigen ins Krankenhaus geprügelt worden sein. Jetzt haben sich auch die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) zu Wort gemeldet.
"Als Kolleginnen und Kollegen, Geschäftsführung und Betriebsrat sind wir erschüttert und tun alles, um die Polizei bei der Aufklärung zu unterstützen", erklärte LVB-Sprecher Marc Backhaus auf Anfrage von TAG24.
Man stehe mit den Angehörigen des verletzten Busfahrers in Kontakt, "der bisher nicht für uns ansprechbar ist". Angaben zum Gesundheitszustand des Kollegen, dem man gute Besserung wünsche, werde man jedoch nicht machen.
Einem Bericht der Bild zufolge soll er durch mehrere Kopfstöße so schwer verletzt worden sein, dass er im Koma liege. Dazu wollte sich weder Backhaus noch die Polizei äußern.
Sprecher Moritz Peters konnte TAG24 jedoch bestätigen, dass der 13-jährige Verdächtige irakischer Staatsangehöriger ist.
Der Jugendliche soll dem Busfahrer am vergangenen Mittwochabend die Verletzungen zugefügt haben, nachdem dieser ihn und die dazugehörige Gruppe in einem Fahrzeug der Linie 90 aufgefordert hatte, sich leiser zu verhalten. Strafrechtlich wird der mutmaßliche Täter wohl nichts befürchten müssen, da er noch nicht strafmündig ist.
Immer mehr Attacken gegen LVB-Fahrscheinkontrolleure
Laut Marc Backhaus nehmen vor allem die verbalen Attacken auf Mitarbeiter der LVB, aber auch unter den Fahrgästen, immer weiter zu.
"Bleiben die Vorkommnisse gegenüber Fahrerinnen und Fahrern relativ konstant, circa 60 Vorkommnisse im Jahr, steigt besonders die Zahl der verbalen Auseinandersetzungen gegenüber Fahrausweisprüfern, auf circa 380 im Jahr, stetig an", so der Sprecher.
Dabei komme es in rund 120 Fällen zu körperlichen Übergriffen. Im Jahr 2025 sei viermal eine Waffe von den Tätern benutzt worden.
Die LVB und die Polizei arbeiten gemeinsam an verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen, um Bahn- und Busfahren für alle Beteiligten sicherer zu machen. "Dazu zählt neben der bestehenden, flächendeckenden Videoüberwachung in Fahrzeugen auch Notsprechstellen für Kunden in Fahrzeugen oder die Ausstattung von Prüf-Mitarbeitenden mit Funktechnik, um im Notfall schnell Hilfe zu holen."
Für die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe werden ebenso spezielle Ausbildungen und Trainings angeboten. Die Polizei sucht unter Tel. 0341/96646666 indes noch immer Zeugen, die Hinweise zur Tat oder dem Tatverdächtigen haben.
Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa

