13-Jährige surfen auf Tram: Lebensgefährliche Aktion endet mit Polizeieinsatz
Leipzig - Immer wieder kommt es in Leipzig seit vergangenem Jahr zu Fällen des lebensgefährlichen Bahn-Surfens. Die Täter: meist Jugendliche. Vergangene Nacht lösten zwei 13-Jährige bei der waghalsigen Mutprobe einen Polizeieinsatz aus - und sorgten für jede Menge Chaos auf der Linie 9 der LVB.
Das Duo kletterte gegen 23.30 Uhr an der Haltestelle Volbedingstraße/Mockauer Straße in Mockau-Süd auf das Dach einer Straßenbahn, wie TAG24 am Donnerstagmorgen von der Polizei erfuhr. Von dort aus fuhren die Teenager fast zwei Kilometer weit, über drei Haltestellen, auf dem Dach der Tram.
Ausgestiegene Fahrgäste bemerkten die Jugendlichen dabei und verständigten sowohl die Polizei als auch die Leipziger Verkehrsbetriebe.
In Höhe der Roscherstraße war dann Schluss mit der lebensgefährlichen Aktion: Beamte der Polizei stoppten die Bahn. Die Kinder wurden mithilfe eines Leiterwagens der LVB von dem Dach geholt.
Damit jedoch nicht genug, musste währenddessen auch noch die Strecke gesperrt und der Strom auf dieser abgestellt werden. Während die Einsatzkräfte die Unruhestifter vom Dach holten, musste zudem die Bahn geräumt werden. Die verbliebenen Fahrgäste mussten ihren Weg zu Fuß fortsetzen.
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen übergaben die Beamten die Kids an ihre Eltern. Gegen sie wird nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Hausfriedensbruchs und Nötigung im Straßenverkehr ermittelt.
Polizei warnt vor Bahn-Surfen: Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahre
Erst im Februar hatte sich ein 14-Jähriger beim waghalsigen Bahn-Surfen verletzt, als er von der Tram stürzte. Rettungskräfte mussten ihn noch vor Ort behandeln.
Polizeisprecher Moritz Peters wies gegenüber TAG24 noch einmal auf die erheblichen Gefahren hin, die mit der Mutprobe einhergehen. "Es sind nicht nur die offensichtlichen Risiken, wie das Herabstürzen vom Zug, welche das S-Bahn-Surfen so gefährlich machen."
Hindernisse wie Querbalken könnten zu schweren bis tödlichen Verletzungen führen. "Auch die Oberleitungen bieten Gefahren für Leib und Leben. Selbst ohne direkte Berührung können Stromüberschläge den Surfer treffen und so zu schwersten, oftmals auch tödlichen Verletzungen führen."
Das Bahn-Surfen stellt zudem ein strafbares Handeln in Form eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr dar. Geahndet wird dies laut Bundespolizei mit Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.
Titelfoto: Jan Woitas/dpa

