Grapscher im Freibad: Wie steht es um die Sicherheit in unseren Schwimmbecken?
Leipzig - Heiß? Freibad! Doch fehlende Deutschkenntnisse, sexuelle Übergriffe oder zwischenmenschliche Konflikte machen die "coolen" Orte derzeit zu Hotspots von Diskussionen um die Sicherheit.
Die Palette von Konflikten ist breit: Ist das Becken voll oder die begehrtesten Schattenplätze auf der Liegewiese belegt, kann es schon mal zum Streit kommen.
Immer häufiger fange das Gegenüber an zu diskutieren, wolle nicht akzeptieren, dass bestimmte Dinge nicht erlaubt sind, sagt Antje Silber (57), Badleiterin im Leipziger Stadtteil Schleußig. "Da geht es zum Beispiel um im Wasser essen, durch die Hecke laufen, die Rutsche falsch herum hochklettern oder Kinder nicht ausreichend beaufsichtigen."
Genau diese Uneinsichtigkeit war es vermutlich, die am vergangenen Sonntag in Weinböhla (Kreis Meißen) zu einem Streit zwischen zwei Badegästen und vier Mitarbeitern führte. Die Polizei ermittelt seitdem in mehreren Verfahren wegen gegenseitigen gefährlichen Körperverletzungen.
Auch sexuelle Übergriffe ploppen regelmäßig in den Nachrichten auf. Ein Beispiel von mehreren aus den vergangenen Tagen: In einem Bad in Schwäbisch-Gmünd (Baden-Württemberg) soll ein 21-Jähriger mehrere Mädchen im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren angetatscht haben. Der Mann hat inzwischen ein richterlich verfügtes, generelles Freibadverbot.
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Zutrittsregelung im Heidebad in Halle (Saale) sorgt für hitzige Diskussionen
Bundesweit besonders heiß diskutiert wird derzeit eine Regelung des Heidebads Halle (Saale).
Der dortige Badchef Matthias Nobel hatte verfügt, dass in seinem Strandbad Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse nicht mehr eingelassen werden. Wie soll, wie kann ein Verantwortlicher reagieren, wenn der Angesprochene kaum Deutsch versteht oder in seiner Muttersprache nach Hilfe ruft?
Nobel hatte zuvor ein Kleinkind aus tiefem Wasser gerettet, der Vater des Kindes den Vorfall anschließend in gebrochenem Deutsch heruntergespielt.
Um die Badegäste in die Verantwortung für ihre Sicherheit zu nehmen, liegen bei Antje Silber in Leipzig Flyer aus, die auf die geltenden Regeln hinweisen. Über einen QR-Code sind die Baderegeln in mehreren Sprachen abrufbar.
Manchmal hilft's, manchmal nicht. Immer wieder kämen auch Jugendliche, die sich "die Hörner abstoßen wollen", so Silber. Andere wüssten hingegen mittlerweile, dass sie dafür besser nicht zu ihr ins Bad kommen. Sie gehen inzwischen lieber an den See.
Titelfoto: Bildmontage/Sebastian Willnow/dpa/IMAGO/Future ImageIMAGO/Future Image/Foto: 123RF

