Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff ausgebrochen: Könnte auch Leipzig Patienten aufnehmen?

Leipzig - Nach dem tödlichen Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff werden weltweit Passagiere der "MV Hondius" behandelt. Könnte im Ernstfall auch Leipzig Patienten aufnehmen? TAG24 hat dazu im Klinikum St. Georg nachgefragt.

Sanitäter begleiten eine Person (2.v.r.) zu einem Krankenwagen, die mit Verdacht auf eine Hantavirus-Infektion von dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius evakuiert wurde. Auf dem Schiff sind mehrere Menschen an dem Virus erkrankt. Drei von ihnen starben.  © Peter Dejong/ap/dpa

Tatsächlich wäre es nicht das erste Mal, dass in der Klinik eine mit Hantaviren infizierte Person behandelt werden würde, wie Prof. Dr. Christoph Lübbert, Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin, gegenüber TAG24 verriet.

"Mehrfach hatten wir schon Patienten mit Infektionen durch Hantaviren, jedoch bisher durch einheimische Varianten (z. B. Puumala). Diese sind in der Regel vor allem durch ein akutes Nierenversagen gekennzeichnet", so der Chefarzt.

Hantaviren sind demnach unter anderem in Nord- und Südamerika, aber auch in Asien und Europa verbreitet. "Das sind immer verschiedene Typen und jeder Typ hat einen eigenen Namen und verursacht verschiedene Erkrankungen." Anders als beim Coronavirus würden die Viren nicht mutieren, weshalb von ihnen keine Gefahr für eine Pandemie ausgehe.

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Darüber hinaus sei der Mensch auch nicht der natürliche Wirt der Viren, sondern Nagetiere. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei zwar über die Luft möglich, jedoch unwahrscheinlich. "Das müssen schon sehr beengte Räume sein. Aber es scheint unter diesen speziellen Bedingungen möglich gewesen zu sein."

Inzwischen sei zudem nachgewiesen worden, dass es sich bei dem auf dem Schiff verbreiteten Virus um die sogenannte Andes-Variante aus Südamerika handelt. "Die ist in der Lage, sehr schwer krank zu machen, sodass auch Herz und Lunge beteiligt sind. Das hat eine Sterblichkeitsrate von 30 bis 40 Prozent und gerade bei älteren Menschen, wie auf einem Kreuzfahrtschiff, ist die Gefahr natürlich noch mal größer."

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Klinikum jederzeit für Behandlung bereit

Prof. Dr. Christoph Lübbert, Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin am Klinikum St. Georg.  © Klinikum St. Georg

Lübberts Klinikum für Infektiologie und Tropenmedizin am St. Georg sei "jederzeit beziehungsweise mit wenigen Stunden Vorlauf" bereit, einen Hantavirus-Patienten aufzunehmen, auch mit der nun auf der "MV Hondius" nachgewiesenen Andes-Version.

Bislang wurde jedoch lediglich eine Kontaktperson nach Deutschland gebracht und derzeit in Düsseldorf behandelt. "Die weitere Versorgung möglicher Patientinnen und Patienten liegt jeweils in der Verantwortung der für die Region zuständigen Behandlungszentren. Somit wäre das Klinikum Sankt Georg gegebenenfalls für Erkrankte und möglicherweise Kontaktpersonen aus den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen der primäre Ansprechpartner."

Auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" war es zum Ausbruch des Virus gekommen, als es sich gerade von Argentinien aus auf dem Weg nach Kap Verde befand. Drei Menschen starben, darunter eine deutsche Passagierin.

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