Ist das die bunteste WG der Stadt? Zoo Leipzig eröffnet neue Attraktion

Leipzig - Mit der Eröffnung der neuen, begehbaren Vogelwelten "Loriversum" und "Amazonien" hat der Leipziger Zoo am Donnerstag einen nächsten großen Modernisierungsschritt vollzogen. Besucher können den teils vom Aussterben bedrohten Tieren in den beiden XXL-Volieren seit heute ganz nahekommen. Noch sind jedoch nicht alle Bewohner eingezogen.

Zoodirektor Prof. Dr. Jörg Junhold (62) hatte sich zur Eröffnung der neuen Vogelwelten am Donnerstag passend gekleidet.  © Silvio Bürger

"Ich möchte heute eine neue Ära der Vogel- und Papageienhaltung mit Ihnen einläuten", sagte Zoodirektor Prof. Dr. Jörg Junhold (62). "In dieser Anlage sollen einmal 300 Loris und Sittiche leben, 30 Großpapageien und bis zu 150 weitere Vögel. Dabei legen wir Wert darauf, dass die Arten selten sind, meist hoch bedroht, da in der Natur nur noch wenige hundert Exemplare zu finden sind."

Im 540 Quadratmeter großen "Loriversum" sind aktuell bereits 35 von 100 Forstenloris eingezogen und flattern als Schwarm umher.

Blaukappenherrlinge, Rotbrust-Krontauben und das am Boden lebende Bambushuhn sind ebenfalls schon in der detailreichen Außenanlage zu bestaunen, die ihrem ursprünglichen asiatischen Lebensraum nachempfunden ist.

Leipzig Pflanzungen in luftiger Höhe: Hier schweben Bäume per Kran ein!

Hinter den Kulissen warten derzeit unter anderem noch Türkisfeenvögel, Greyfruchttauben und Paddyreiher darauf, die Voliere zu erobern. Die tiefen Temperaturen der vergangenen Tage seien für die Exoten jedoch nicht geeignet gewesen, erklärte der Zoodirektor.

Anzeige
In zehn Metern Höhe sind die Netze über dem "Loriversum" gespannt. Laut dem leitenden Architekten Peter Rasbach wurden insgesamt 2270 Quadratmeter Stahlnetz bei beiden Anlagen verbaut.  © Silvio Bürger
Hinter den Kulissen warten in einem ebenfalls neu errichteten Gebäude noch weitere zukünftige Bewohner darauf, die Volieren zu erkunden. Zuletzt war es jedoch noch zu kalt für die Exoten.  © Silvio Bürger

Blaukehl-Aras sind Blickfang in "Amazonien"

Die Blaukehl-Aras sind das Leittier in "Amazonien" und vergnügten sich bereits ordentlich mit den vorhandenen Pflanzen in der XXL-Voliere.  © Silvio Bürger

Der Star in "Amazonien" ist laut Prof. Junhold ganz klar der Blaukehl-Ara: "Das ist eine endemische Art, die in Bolivien vorkommt, von der nur noch etwa 100 Tiere in der freien Wildbahn leben. Der Grünflügel-Ara wird heute auch schon zu sehen sein. Den Sonnensittichen war es noch etwas kalt."

Die Gestaltung der 830 Quadratmeter großen Anlage ist dabei dem südamerikanischen Regenwald nachempfunden und als Hochzeitsvoliere ausgelegt.

Aras sollen hier nach den Plänen der Tierpfleger auf Partnersuche gehen, sich vermehren und den Nachwuchs vor den Augen der Zoobesucher großziehen.

Leipzig Liefer-Wirrwarr! Nach drei Stunden gab's kaltes Essen, das eigentlich storniert sein sollte

"Wir möchten mit diesem faszinierenden Tiererlebnis eine Brücke zum Artenschutz schlagen und auf die dramatische Situation zahlreicher Vogelarten aufmerksam machen", so der Zoodirektor.

In Amazonien wurde eine große Lehmwand aus dem Amazonasgebiet nachgebildet. In der Natur treffen sich Aras an diesen Orten, um Lehm zu fressen. Warum genau sie das tun, ist nicht abschließend geklärt. Forscher gehen jedoch davon aus, dass der Lehm Giftstoffe bindet und als Mineralienquelle dient.  © Silvio Bürger

Fertiggestellt wurden beide Anlagen in sportlichen 16 Monaten Bauzeit. Gekostet hat das Projekt den Zoo 5,4 Millionen Euro.

Mehr zum Thema Leipzig: