Leipzig - Mit der Eröffnung der neuen, begehbaren Vogelwelten "Loriversum" und "Amazonien" hat der Leipziger Zoo am Donnerstag einen nächsten großen Modernisierungsschritt vollzogen. Besucher können den teils vom Aussterben bedrohten Tieren in den beiden XXL-Volieren seit heute ganz nahekommen. Noch sind jedoch nicht alle Bewohner eingezogen.
"Ich möchte heute eine neue Ära der Vogel- und Papageienhaltung mit Ihnen einläuten", sagte Zoodirektor Prof. Dr. Jörg Junhold (62). "In dieser Anlage sollen einmal 300 Loris und Sittiche leben, 30 Großpapageien und bis zu 150 weitere Vögel. Dabei legen wir Wert darauf, dass die Arten selten sind, meist hoch bedroht, da in der Natur nur noch wenige hundert Exemplare zu finden sind."
Im 540 Quadratmeter großen "Loriversum" sind aktuell bereits 35 von 100 Forstenloris eingezogen und flattern als Schwarm umher.
Blaukappenherrlinge, Rotbrust-Krontauben und das am Boden lebende Bambushuhn sind ebenfalls schon in der detailreichen Außenanlage zu bestaunen, die ihrem ursprünglichen asiatischen Lebensraum nachempfunden ist.
Hinter den Kulissen warten derzeit unter anderem noch Türkisfeenvögel, Greyfruchttauben und Paddyreiher darauf, die Voliere zu erobern. Die tiefen Temperaturen der vergangenen Tage seien für die Exoten jedoch nicht geeignet gewesen, erklärte der Zoodirektor.
Blaukehl-Aras sind Blickfang in "Amazonien"
Der Star in "Amazonien" ist laut Prof. Junhold ganz klar der Blaukehl-Ara: "Das ist eine endemische Art, die in Bolivien vorkommt, von der nur noch etwa 100 Tiere in der freien Wildbahn leben. Der Grünflügel-Ara wird heute auch schon zu sehen sein. Den Sonnensittichen war es noch etwas kalt."
Die Gestaltung der 830 Quadratmeter großen Anlage ist dabei dem südamerikanischen Regenwald nachempfunden und als Hochzeitsvoliere ausgelegt.
Aras sollen hier nach den Plänen der Tierpfleger auf Partnersuche gehen, sich vermehren und den Nachwuchs vor den Augen der Zoobesucher großziehen.
"Wir möchten mit diesem faszinierenden Tiererlebnis eine Brücke zum Artenschutz schlagen und auf die dramatische Situation zahlreicher Vogelarten aufmerksam machen", so der Zoodirektor.
Fertiggestellt wurden beide Anlagen in sportlichen 16 Monaten Bauzeit. Gekostet hat das Projekt den Zoo 5,4 Millionen Euro.