Liefer-Wirrwarr! Nach drei Stunden gab's kaltes Essen, das eigentlich storniert sein sollte
Leipzig - Wer kennt's nicht? Bock auf ein geiles Abendessen, aber nichts Passendes daheim. TAG24-Redakteur Nico Zeißler hat deshalb beim Lieferdienst Wolt bestellt - und ist schwer enttäuscht worden. Die Chronologie.
18.07 Uhr: Ich bestelle via Wolt bei einem asiatischen Restaurant in Leipzig-Plagwitz. Vorab wird eine Lieferzeit von 25 bis 30 Minuten angezeigt.
18.55 Uhr: Längst hätte die Bestellung im Stadtteil Zentrum-West angekommen sein müssen. Doch die Lieferzeit verschiebt sich immer weiter nach hinten. Besonders verwunderlich: Obwohl der Kurier das asiatische Essen schon abgeholt hat, fährt er laut Tracking-Verfolgung mehrfach in unmittelbarer Nähe an meiner Adresse vorbei, um offenbar andere Bestellungen abzuholen und vorher auszuliefern.
19.32 Uhr: Ich nehme Kontakt mit dem Kundendienst auf, der von einer Route spricht, die dem Kurier vorgegeben werde.
19.37 Uhr: Nachricht vom Kundendienst: "Es ist nicht toll, wie es läuft, aber er kommt wirklich noch zu dir." Allerdings sind mittlerweile eineinhalb Stunden vergangen.
20.20 Uhr: Ich warte nach wie vor auf mein Essen, das ich vor zwei Stunden und 15 Minuten bestellt habe. Mittlerweile ist der Tracking-Punkt des Fahrers verschwunden. Sein letzter Standort war im Bereich der HTWK kurz vor Connewitz.
6 Euro Entschädigung für drei Stunden auf kaltes Essen warten
20.38 Uhr: Nach meiner Aufforderung kontaktiert der Kundendienst den Kurier.
20.47 Uhr: Der Mitarbeiter erstattet mir den vollen Bestellpreis plus 6 Euro extra aufs Kundenkonto. Die Bestellung werde "leider nicht mehr ankommen". Er entschuldigt sich, dass er dies jetzt erst erfahren habe - zwei Stunden und 45 Minuten nach der Bestellung.
Doch damit nicht genug! Ich bestelle bei einer Pizzeria um die Ecke, hole das italienische Essen ab. Nach meiner Rückkehr um 21 Uhr steht ein Wolt-Lieferant an der Haustür - samt meiner Bestellung, die eigentlich nicht mehr ankommen sollte.
Drei Stunden nach Bestellauslösung ist das Essen natürlich kalt und nach ein paar Umdrehungen in der Mikrowelle dennoch sehr genießbar.
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Fahrer wusste nichts von der Stornierung
TAG24 hat bei Wolt nachgefragt, für die der vorliegende Fall "nicht dem Anspruch entspricht, den wir an unser Liefererlebnis haben", so ein Sprecher.
In Stoßzeiten würden Bestellungen gebündelt werden, was durchaus nachvollziehbar und effizient ist. "In diesem konkreten Fall hat die Routenplanung jedoch zu einer erheblichen Verzögerung für die letzte Zustelladresse geführt." Hinzu käme eine verzögerte oder fehlgeschlagene Kommunikation zwischen System, Kurier und Kundendienst. Daher habe der Fahrer zu spät von der Stornierung erfahren.
Man könne einzelne Verzögerungen nicht vollständig ausschließen, so der Sprecher.
Titelfoto: PR/Wolt

