Körperliche Züchtigung und keine Zimmertür: Ex-Zeugin Jehovas Sophie Jones bei "stern TV" über ihre Erziehung

Leipzig/Köln - Sie wurde in die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas hineingeboren - mit 18 stieg sie aus. Mittlerweile ist Sophie Jones (25) Buchautorin und amtierende Miss Sachsen. Doch noch vor wenigen Jahren führte sie ein völlig anderes Leben: Bei "stern TV" hat die Leipzigerin von ihrer Jugendzeit erzählt und dabei erschreckende Details über die Erziehungsmethoden preisgegeben.

Zeugen-Jehovas-Aussteigerin Sophie Jones (25) war zu Gast bei "stern TV".
Zeugen-Jehovas-Aussteigerin Sophie Jones (25) war zu Gast bei "stern TV".  © instagram/sophie.joneses

"Es ist ein Lebensinhalt. Es ist nicht nur eine Religion. Es bestimmt das komplette Leben", stellt Sophie Jones in der aktuellen Episode der RTL-Sendung klar. Durch ihre darauffolgenden Schilderungen wird schnell klar, was genau die 25-Jährige damit meint.

So werden zum Beispiel Weihnachten, Ostern und Geburtstage bei den Zeugen Jehovas nicht gefeiert. "Als Kind wusste ich meinen Geburtstag gar nicht", so die Aussteigerin bei "stern TV".

Die Folgen für sie: "Ich habe mich eigentlich immer gefühlt wie so ein Freak." Und weiter: "Also ich hätte mich selber als Kind, wenn ich mich in der Klasse gehabt hätte, ich hätte gedacht: 'Was ist denn das für eine Verrückte?'"

Doch der Verzicht auf diese Feiertage ist nicht die einzige Auswirkung, die Jones damals durch die Religionsausübung gespürt hat.

Als sie zehn Jahre alt war, ließ sich ihr Vater von ihrer Mutter scheiden und wurde aus der Gemeinschaft ausgeschlossen - mit 17 Jahren wurde Jones getauft und musste den Kontakt zum Elternteil vollständig abbrechen.

Die junge Frau erinnert sich: "Nach der Trennung ist dann meine Mutter viel mehr im Glauben aufgegangen und hat, ja, sich sogar ein bisschen fanatisch entwickelt."

Kein TV, keine Privatsphäre, kein Kontakt zum Vater

Die amtierende Miss Sachsen und Buchautorin Sophie Jones (25) hat "stern TV"-Moderator Steffen Hallaschka (49) ihre Geschichte erzählt.
Die amtierende Miss Sachsen und Buchautorin Sophie Jones (25) hat "stern TV"-Moderator Steffen Hallaschka (49) ihre Geschichte erzählt.  © TVNOW / Stefan Gregorowius / i&u TV

Diese Entwicklung spielte dann offenbar auch in der Erziehung der Tochter eine Rolle. "Sie hat dann den Stecker des Fernsehers quasi in eine kleine Box eingeschlossen damit ich ihn nicht mehr in die Steckdose stecken konnte", erzählt Jones ein Detail aus früheren Jahren.

Und plötzlich war auch Privatsphäre keine Selbstverständlichkeit mehr, wie die Wahl-Leipzigerin bei "stern TV" weiter berichtet: "Eines Tages bin ich von der Schule nach Hause gekommen und da war meine Zimmertür weg, weil ich mich wohl damals immer mal eingeschlossen habe, weil ich meine Ruhe haben wollte und das fand sie nicht toll."

Doch die Methoden gingen noch weiter. Das religiöse Elternteil habe sich streng an die Regeln der Zeugen Jehovas gehalten. Im Teenager-Alter sei es zu Problemen zwischen Jones und ihrer Mutter gekommen - eigentlich nichts Ungewöhnliches in der Pubertät. Aber ihre Mutter habe auch "körperliche Züchtigung eingesetzt", vertraut sie Moderator Steffen Hallaschka (49) im Gespräch an.

Ein trauriger Rückblick führt einem die harte Realität dieser Beziehung vor Augen: "Also für mich war sie ja nie so eine richtige Mutter, wie man sich das normalerweise vorstellt, weil die Religion immer an erster Stelle stand."

Zu ihrer Mutter hat Sophie Jones heute keinen Kontakt mehr - dafür aber wieder zu ihrem Vater.

Titelfoto: instagram/sophie.joneses

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