Georg-Schwarz-Straßenfest abgesagt: Stadt fürchtet um Sicherheit der Besucher

Leipzig - Große Enttäuschung im Leipziger Westen! Das für das erste Mai-Wochenende angekündigte Georg-Schwarz-Straßenfest wurde abgesagt. Laut Veranstalter sind umfangreiche Auflagen der Stadt Schuld. Das Ordnungsamt befürchtet mangelnde Sicherheit für die Besucher des beliebten Stadtteilfests - und jede Menge Müll.

Das Georg-Schwarz-Straßenfest erfreute sich jährlich großer Beliebtheit bei den Leipzigern.
Das Georg-Schwarz-Straßenfest erfreute sich jährlich großer Beliebtheit bei den Leipzigern.  © 123RF/tsuguliev

Mitte April hatten die Veranstalter des Georg-Schwarz-Straßenfests die entsprechenden Facebook-Veranstaltungen und Informationen gelöscht. Vorangegangen war ein Termin bei der Veranstaltungs- und Sicherheitsbehörde der Stadt.

"Die Bewertung der Sicherheitslage und des möglichen Gefährdungspotenzials für unsere Besucher durch die Behörde hat zu umfangreichen Auflagen geführt. Unter anderem sind großräumigere Straßensperrungen und zusätzliche Ordner erforderlich, ebenso wie die offizielle Beauftragung der Stadtreinigung", so die Veranstalter in einem Posting auf Facebook.

Weder personell noch finanziell sei es möglich, diese Auflagen kurzfristig zu erfüllen - deswegen sähe man sich zu einer Absage gezwungen.

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Auf TAG24-Anfrage erläuterte das Ordnungsamt die Auflagen. Bis zum Jahr 2023 habe man mit Ordnern, Straßensperrungen für den parkenden und fahrenden Autoverkehr und verlangsamtem ÖPNV gearbeitet, um Fußgänger und Fest-Besucher vor den durch die Georg-Schwarz-Straße fahrenden Trams und Bussen zu schützen.

2023 sei die Veranstaltung dann als reines "Höfefest" deklariert worden, weshalb die öffentlichen Verkehrsflächen der Straße nicht mehr vom Fest-Betrieb beansprucht werden sollten und entsprechende Auflagen unnötig wurden.

Straßenfest-Veranstalter planen neuen Anlauf im Herbst

Im Zusammenspiel vom Tramverkehr und den Besuchern des Straßenfests geht das Ordnungsamt von einer potenziellen Gefahrenquelle aus. (Symbolbild)
Im Zusammenspiel vom Tramverkehr und den Besuchern des Straßenfests geht das Ordnungsamt von einer potenziellen Gefahrenquelle aus. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa

"Im Ergebnis konnte durch die (...) Stadt festgestellt werden, dass die Gäste der Veranstaltung 'wie gewohnt' massiv öffentlichen Verkehrsraum auf der Georg-Schwarz-Straße und angrenzender Nebenstraßen eigenmächtig in Anspruch genommen haben. Währenddessen kam es zu massiven Verunreinigungen, Behinderungen von ÖPNV und des Individualverkehrs sowie zu massiven Lärmbelästigungen der anliegenden Wohnbevölkerung bis in die späten Abend- und Nachtstunden", bemängelte Ordnungsamt-Sprecher David Quosdorf.

Um eine solche Situation zu vermeiden, habe die Stadt wieder zu den "alten" Auflagen zurückkehren und unter anderem den Fokus der Veranstalter auf die Beseitigung von Müll und Abfall lenken wollen, da die Verunreinigungen sonst auf Kosten der Verursacher durch die Stadtreinigung beseitigt werden müssten. Kosten, die die Veranstalter wohl so nicht übernehmen konnten und wollten.

"Trotz dieser Enttäuschung wollen wir optimistisch in die Zukunft blicken und planen, vielleicht für den Herbst einen neuen Anlauf zu nehmen", kündigte das Team auf Facebook an. Dann vielleicht mit einem neuen und abgestimmten Konzept.

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Die Georg-Schwarz-Straße führt im Westen der Stadt auf relativ schmalen 2,5 Kilometern durch die Stadtteile Altlindenau und Leutzsch. Anfang April kam es zu einem tragischen Unfall, bei dem ein dreijähriges Kind beim Aussteigen aus einer Tram unter den Waggon gezogen und getötet wurde.

Ob der Vorfall in einem Zusammenhang mit den Auflagen des Ordnungsamts steht, ließ die Stadt auf TAG24-Nachfrage hin bislang unbeantwortet.

Titelfoto: 123RF/tsuguliev

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