Nach Abschiebung in den Kosovo: Leipziger Hebamme Adelina ist zurück in Deutschland!

Leipzig - Im November 2020 wurde die Leipziger Hebamme Adelina in einer Nacht- und Nebelaktion in den Kosovo abgeschoben. Viele ihrer Freunde, Bekannten und Kundinnen machten sich für die einfühlsame Geburtshelferin stark - jetzt könnte es bald ein Happy End für die 31-Jährige geben!

Mittlerweile ist Adelina zurück in Leipzig und hat auch bereits ihre Tätigkeit als Hebamme in der Praxis von Dagmar Röger aufgenommen.
Mittlerweile ist Adelina zurück in Leipzig und hat auch bereits ihre Tätigkeit als Hebamme in der Praxis von Dagmar Röger aufgenommen.  © Bildmontage: privat

Rückblick: Am 17. November wurden Adelina und ihr Mann Gezim mitten in der Nacht zum Flughafen gebracht und von dort in ihre alte Heimat, den Kosovo, ausgeflogen.

Beide waren 2015 als Wirtschaftsflüchtlinge nach Deutschland gekommen und hatten sich mit Job und Freunden bereits komplett in den deutschen Alltag integriert. Hintergrund für die Abschiebungen waren dann Unstimmigkeiten in Adelinas Aufenthaltsgenehmigung, deren Prüfung eigentlich noch ausgestanden hätte.

Adelina und Gezim kehrten in ihr altes Zuhause zurück, wo ein längerer Aufenthalt aber aufgrund von unzumutbaren Lebensbedingungen nicht wirklich aushaltbar war.

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Aus Deutschland machten sich Adelinas Freunde, Kunden und Arbeitskolleginnen für die talentierte Hebamme stark.

Das könnte nun auch zum Erfolg geführt haben: Adelina konnte im Sommer nach Leipzig zurückkehren und hat nun auch eine wichtige Kenntnisprüfung bestanden, die einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland möglich macht.

Zahlreiche Anträge und Bürokratie kosteten viel Zeit und Geld

Adelina in ihrem Element: Schon seit einigen Jahren ist sie als Hebamme tätig.
Adelina in ihrem Element: Schon seit einigen Jahren ist sie als Hebamme tätig.  © privat

Der Weg dorthin glich einer ganzen Odyssee, wie ihre Unterstützer mitteilten. Als einzige Option für Adelinas Wiedereinreise galt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, im Zuge dessen eine Anerkennungsprüfung für ihre Kenntnisse als Hebamme nötig war.

Diese besteht aus einem mündlichen und einem schriftlichen Teil und sollte für Adelina eigentlich kein Problem sein - nur erklärte sich keine der zuständigen Institutionen dazu bereit, diese Prüfung abzunehmen! "Die Ausreden waren teilweise grotesk. Nur dank dem Engagement einiger Politikerinnen und Politiker hat sich schlussendlich eine Prüfungskommission zur Abnahme der Prüfung gefunden", hieß es seitens der Unterstützter von Adelina.

Im Juni 2021 kam dann endlich Bestätigung, dass die 31-Jährige die Prüfung ablegen konnte und somit auch die Möglichkeit, einen Wiedereinreise-Antrag zu stellen. Nach weiterem Hin und Her wurde Adelinas Einreise bewilligt und im August 2021 wurde ihr schließlich eine Aufenthaltserlaubnis zum Ablegen der Kenntnisprüfung erteilt. Seit einigen Wochen ist sie nun wieder in Deutschland und hat die Prüfung auch direkt bestanden.

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Ein Happy End? Noch nicht ganz. Mit der bestandenen Prüfung kann Adelina nun einen Antrag auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung stellen. Ihr Mann Gezim befindet sich leider immer noch im Kosovo, da dessen Wiedereinreise noch verwehrt wurde. Besonders ärgerlich für das Ehepaar und ihre Unterstützer ist die Bürokratie samt sämtlicher Anträge und Genehmigungen, die eingeholt werden mussten. "Das hat in den letzten Monaten so viel Zeit und Geld gekostet", so Adelinas Unterstützer.

"Der Schlüssel zum Erfolg war die enorme Spendenbereitschaft. Ohne das Geld hätte Adelina weder die Anwaltskosten, Prüfungsgebühr, laufende Kosten oder Ähnliches stemmen können, denn wir sind mittlerweile bei Kosten in fünfstelliger Höhe angelangt. Deswegen ein riesiges Dankeschön an alle Unterstützerinnen und Unterstützer! Wir hoffen inständig, dass auch die Wiedereinreise von Gezim mit Hilfe der Spendengelder finanziert werden kann", heißt es weiter.

Titelfoto: Bildmontage: privat

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