Von "English Man..." bis "Every Breath You Take": Sting rockt die Leipziger Arena!

Leipzig - Vier Jahre mussten seine Fans sich gedulden, am Dienstagabend war es nun endlich so weit: Sting (72) war zu Gast in der Quarterback Immobilien Arena in Leipzig. Im Gepäck des ehemaligen "The Police"-Bassisten: Jede Menge Hits, eine großartige Band und ebenso viel Spielfreude. Hat sich das Warten also gelohnt?

Das Vorprogramm lieferte zunächst Joe Sumner (47, Foto). Der älteste Sohn von Sting (72) und Schauspielerin Frances Tomelty (75) eiferte seinem Vater schon in jungen Jahren nach und gründete später seine eigene Band. Inzwischen ist auch er solo unterwegs.
Das Vorprogramm lieferte zunächst Joe Sumner (47, Foto). Der älteste Sohn von Sting (72) und Schauspielerin Frances Tomelty (75) eiferte seinem Vater schon in jungen Jahren nach und gründete später seine eigene Band. Inzwischen ist auch er solo unterwegs.  © Silvio Bürger

Das Konzert der Musik-Legende war ursprünglich für Oktober 2020 angekündigt, wurde jedoch sage und schreibe viermal verschoben. Die Gründe: Corona, Erkrankungen innerhalb der Band und schließlich auch noch des Kult-Bassisten und -Sängers selbst. Nun also endlich der große Abend.

Um 20 Uhr startete Joe Sumner (47) mit dem Vorprogramm. Wer in dem Gitarristen und Sänger eine gewisse Ähnlichkeit zum eigentlichen Star des Abends sah, der irrte nicht: Der Musiker ist der älteste Sohn von Sting und Schauspielerin Frances Tomelty (75). Klein-Joey eiferte seinem Vater bereits in jungen Jahren nach und soll mit ihm auf Tour gegangen sein. Später gründete er seine eigene Band und schrieb selbst Songs. Im Oktober erschien seine erste Solo-Platte "Sunshine in the Night".

Mit Papa geht's trotzdem noch auf Tour. Dabei liefert der Sohnemann geradlinige Rocksongs, gepaart mit Singer-Songwriter-Elementen und gefühlvoll von einer Geige begleitet. Ein bisschen Humor durfte auch nicht fehlen: Mit "Jellybean" hatte es ein Song in die Setlist geschafft, den Sumner für seine Kinder geschrieben hatte. Die kindlich verspielte Melodie und die vielen süßen Kosenamen im Text sorgten für eine wunderbare Überraschung am Ende des angenehm kurzweiligen Sets.

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Nach etwa einer halben Stunde wurde es dann aber auch Zeit für das Hauptprogramm. Zeit für Sting!

Sting zu Gast in Leipzig: Kann der English Man nach vier Jahren überzeugen?

Pünktlich um 20.45 Uhr stand dann Sting auf der Bühne. Mit "Message in a Bottle" und "English Man in New York" startete die Musik-Legende gleich hochkarätig in den Abend - und hielt das Niveau das komplette Set über.
Pünktlich um 20.45 Uhr stand dann Sting auf der Bühne. Mit "Message in a Bottle" und "English Man in New York" startete die Musik-Legende gleich hochkarätig in den Abend - und hielt das Niveau das komplette Set über.  © Silvio Bürger

Auch er selbst konnte es nach vier Jahren offenbar nicht mehr erwarten, stand pünktlich um 20.45 Uhr mit seiner Band auf der Bühne. Den Anfang machten "Message in a Bottle" und "English Man in New York", beides dargeboten mit mächtig Power und Spielfreude. Das Publikum reagierte zunächst jedoch eher verhalten. Einige standen auf und klatschten mit. Der Großteil blieb jedoch - in der übrigens komplett bestuhlten Arena - sitzen, als wollten sie erst einmal sehen, was Mr. English Man nach vier Jahren Warten noch so zu bieten hat.

Es folgten "Every Little Thing She Does Is Magic", "If You Love Them Set Them Free" und "Spirits in the Material World", doch so ganz wollte die gute Stimmung auf der Bühne noch nicht auf die Menge überschwappen. Lediglich ein paar Damen versuchten derweil vor die Bühne zu kommen, wurden dabei jedoch von der Security gestoppt und wieder zu ihren Plätzen geführt. Verübeln konnte man es ihnen nicht. Musik und Darbietung machten definitiv Lust drauf, so auch das nachfolgende "Fields of Gold".

Als die Backgroundsänger jedoch bei "Brand New Day" zum Mitmachen aufforderten, gab es schließlich kein Halten mehr. Plötzlich stand die komplette Arena und alle klatschten mit, ebenso bei "Heavy Cloud No Rain".

Sting-Konzert in der Arena: Zwischen Disziplin und Spielfreude

In Sachen Bühnenshow beließ es der Kult-Bassist bei einigen wenigen Elementen. Stattdessen standen hier Musik und Band im Mittelpunkt.
In Sachen Bühnenshow beließ es der Kult-Bassist bei einigen wenigen Elementen. Stattdessen standen hier Musik und Band im Mittelpunkt.  © Silvio Bürger

In Sachen Licht und Bühnenshow hielt es Sting indes dezent und beschränkte sich auf einige wenige Elemente. Stattdessen standen Musik und Band im Vordergrund - und beides beeindruckte auf ganzer Ebene! Besonders schön: Die Musik-Legende nahm sich dabei immer wieder zurück, um den Mitgliedern seiner Band Raum zum Glänzen zu geben. Bei "Heavy Cloud..." und "Shape of My Heart" standen die Backgroundsänger im Vordergrund, die den Gastgesang übernahmen. Bei "Brand New Day" war es Stings langjähriger Mundharmonika-Spieler Shane Sager.

Mit "Why Should I Cry for You?", "All This Time" und "Invisible Sun" schob die Band die nächste Ladung Hits nach. Bei "So Lonely" ließ sie es noch mal richtig krachen und erhöhte ordentlich das Tempo, bevor es mit "Desert Rose" orientalisch wurde.

Bei "King of Pain" kam Sohnemann Joe Sumner noch einmal auf die Bühne. Den krönenden Abschluss bildete anschließend "Every Breath You Take", das Sting und Band mit ebenso viel Energie ablieferten wie das bisherige Set.

Mit "Roxanne" und "Fragile" folgten noch zwei Zugaben, wobei Sting nicht lange auf sich warten ließ. Statt die Menge ewig klatschen und jubeln zu lassen, verschwand er nur kurz hinter der Bühne und stand denn auch schon wieder bereit. War es der Freude über den endlich stattfindenden Abend geschuldet oder doch nur der Disziplin des Engländers? Schwer zu sagen. Angenehm bodenständig war es allemal.

Sting nahm sich dabei immer wieder zurück und gab den Mitgliedern seiner Band Raum, um zu glänzen.
Sting nahm sich dabei immer wieder zurück und gab den Mitgliedern seiner Band Raum, um zu glänzen.  © Silvio Bürger
So stand bei "Brand New Day" beispielsweise Stings langjähriger Mundharmonika-Spieler Shane Sager (r.) im Mittelpunkt, während bei "Shape of My Heart" und "Heavy Cloud No Rain" die Backgroundsänger übernahmen.
So stand bei "Brand New Day" beispielsweise Stings langjähriger Mundharmonika-Spieler Shane Sager (r.) im Mittelpunkt, während bei "Shape of My Heart" und "Heavy Cloud No Rain" die Backgroundsänger übernahmen.  © Silvio Bürger

Nach zweieinhalb Stunden war schließlich der letzte Ton gespielt und die Meute ging freudig nach Hause. Das Warten hatte sich definitiv gelohnt. Beim nächsten Mal kann Mr. English Man trotzdem gern wieder etwas früher in der Messestadt vorbeischauen.

Titelfoto: Montage: Silvio Bürger

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