Leipzig - Gemalte Bilder, emotionale Briefe, geteilte Glücksmomente - wenn Eltern oder Großeltern sterben, haben gerade Kinder oft das Bedürfnis, mit dem geliebten Menschen weiter in Kontakt zu bleiben. Ein Grabstein als Briefkasten ins Jenseits, das ist die Idee zweier schwäbischer Studenten, die sie auf der am Samstag beginnenden Leipziger "Haus-Garten-Freizeit"-Messe erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorstellen.
Die Idee kam ihnen in den Corona-Jahren, als viele Menschen oft in politisch verfügter Einsamkeit starben, ohne dass ihre Liebsten Abschied nehmen konnten.
"In dieser Zeit wurden wir immer häufiger mit dem Thema Tod und Abschied konfrontiert. Aus diesen Gedanken entstand das Bedürfnis, dem Gedenken einen neuen, persönlichen Raum zu geben", erzählt Tim Busam (28).
Um über den Tod hinaus mit den Verstorbenen zu kommunizieren, ihnen zuvor unausgesprochene Gedanken und Gefühle offenbaren zu können, entwickelte der angehende Mediendesigner mit Studienfreund Dominik Arnold (25) den "Allivestone" - ein aus Faserzementplatten gebauter Grabstein mit großem Hohlraum und Briefschlitz.
"Das Fundament ist nach unten hin offen, sodass Nährstoffe nach oben gelangen und das Papier nach und nach zersetzen", erklärt Busam. So muss der Briefkasten ins Jenseits nie geleert werden und die Illusion bleibt, dass Briefe und gemalte Kinderbilder tatsächlich den Empfänger erreichen.
"Haus-Garten-Freizeit" zusammen mit Handwerksmesse in Leipzig
Der Briefkasten-Grabstein ist das wohl ungewöhnlichste Exponat auf Sachsens größter Verbrauchermesse, die zusammen mit der Handwerksmesse bis zum 8. Februar täglich von 9.30 bis 18 Uhr geöffnet hat.
Die Schau, zu der sich am Wochenende darauf noch die Leipziger Motorrad-Messe (6. bis 8. Februar) gesellt, bietet vom Garten-Forum mit Tipps zu Bodenanalyse, Baum- und Rosenschnitt bis hin zur Landhausküche mit einem Netzwerk aus regionalen Erzeugern und Köchen ein breites Spektrum an Freizeitthemen.
Der Eintritt zur Messekombi kostet 17 Euro, ermäßigt 14 Euro.