30 Anzeigen, zwei Festnahmen, ein Angriff: Polizei und Innenminister ziehen Bilanz nach Linke-Demos

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Von Lisa Marie Peisker, Daniel Josling

Leipzig - Nachdem über 3000 Demonstranten aus verschiedenen linken Spektren am Samstag in Leipzig aufeinandergetroffen waren, ziehen die Polizei und Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU) eine Bilanz.

Die Polizei stand den Teilnehmern mit einem Großaufgebot vom 1400 Beamten gegenüber.
Die Polizei stand den Teilnehmern mit einem Großaufgebot vom 1400 Beamten gegenüber.  © Silvio Bürger

Mit mehr als 1400 Einsatzkräften, Hubschrauber und Videowagen rüstete sich die Polizei im großen Stil für die acht angemeldeten Aufzüge und Kundgebungen.

Positiv: Schwere Ausschreitungen blieben aus. Trotzdem kam es zu rund 30 Anzeigen, informierte Polizeisprecher Olaf Hoppe.

So wurden unter anderem Verstöße gegen das Versammlungsgesetz, Beleidigungen, Volksverhetzung und die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen. Darüber hinaus habe man zwei Personen vorläufig festnehmen müssen.

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Gegen 13.45 Uhr wurde ein Kameramann des MDR angegriffen. "Das Drehteam des öffentlichen Rundfunks befand sich zu diesem Zeitpunkt für Filmaufnahmen im Bereich der noch nicht begonnenen propalästinensischen Versammlung", so Hoppe.

Einsatzkräfte konnten einen Tatverdächtigen stellen. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen Körperverletzung eingeleitet.

Abgesehen davon verliefen die Demos "weitgehend störungsfrei". Die Polizei war bis in die späten Abendstunden in Leipzig präsent.

Sich gegenüber standen pro-israelische Demonstranten ...
Sich gegenüber standen pro-israelische Demonstranten ...  © Silvio Bürger
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... und pro-palästinensische Demonstranten.
... und pro-palästinensische Demonstranten.  © Silvio Bürger

Innenminister Armin Schuster zieht Bilanz

Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU) machte sich persönlich ein Bild von der Lage.
Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU) machte sich persönlich ein Bild von der Lage.  © Silvio Bürger

Auch eine Kundgebung der rechtsextremen Kleinstpartei Freie Sachsen wurde angemeldet.

Diese Versammlung fand nach Polizeiangaben jedoch nicht statt: Die Kundgebung "Migrantifa vs. antideutsche Antifa: Freie Sachsen liefern das Popcorn" sei wegen fehlender Teilnehmer ausgefallen.

Sachsens Innenminister Armin Schuster, der sich die Lage an Ort und Stelle anschaute, sprach von einer "kuriosen politischen Konstellation", die es für die Polizei "kniffliger gemacht" habe.

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Das Vorgehen der Polizei lobte er ausdrücklich.

Der Minister forderte zudem eine stärkere Abgrenzung der politischen Linken im demokratischen Spektrum: "Hier ist eine unmissverständliche Distanzierung von Gewalt und Extremismus gefordert."

Titelfoto: Montage: Silvio Bürger

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