Leipzig - Vor knapp einem Jahr schloss das Traditionslokal Thüringer Hof in der Leipziger Innenstadt seine Türen, nachdem die Verhandlungen mit einem möglichen Investor gescheitert waren. Doch es sollte kein Aus für immer bleiben. TAG24 hat bei den neuen Betreibern nachgefragt, wie die ersten vier Wochen nach der Wiedereröffnung gelaufen sind.
Jenni (38) und Christian Leiding (39), bis vor wenigen Monaten Betreiber des Markkleeberger Lokals Forsthaus Raschwitz, servieren ihren Gästen seit dem 17. April im Thüringer Hof gutbürgerliche, aber auch moderne Gerichte.
Und das läuft bisher richtig gut, wie es scheint. "Es ist verrückt", erzählt der 39-Jährige bei einem Besuch im Restaurant. "Es wird sehr gut angenommen." Seit sich das Comeback herumgesprochen hat, sei es jeden Tag voll und man nahezu immer ausgebucht gewesen.
Das Publikum bestehe teils aus in Leipzig Ansässigen, teils aus Touristen – von Jung bis Alt ist alles dabei. Auch einige Stammgäste aus Markkleeberg haben den Weg schon in die Burgstraße gefunden, neue seien hinzugekommen.
Auf der Speisekarte ist da sicher für jeden etwas dabei: Es gibt Klassiker wie Ragout fin und Mutzbraten genauso wie gebackenen Ziegenkäse und veganes Gemüse-Kokos-Curry. Außerdem ist natürlich gerade Spargelzeit.
Der Renner aber ist: "Unser Hirschsauerbraten mit Klößen und Rotkohl", ist sich das Ehepaar Leiding einig. Einen großen Teil der Gerichte auf der Karte gab es bereits im Forsthaus Raschwitz, nun ergänzt durch Thüringer Gerichte.
Angebot für Thüringer Hof kam genau zur rechten Zeit
Dass die beiden dem Gasthaus in Markkleeberg, in dem sie viele Jahre arbeiteten, den Rücken gekehrt haben, lag schlichtweg am Mietvertrag. Dieser sei zum Jahresende 2025 ausgelaufen.
Sie hätten einen neuen bekommen können, doch dieser sei nicht mehr zumutbar gewesen. Das hatte weniger mit der Höhe der Miete zu tun – die hätte man stemmen können – als vielmehr mit den Vertragsinhalten.
Zufällig habe sich dann die Gelegenheit im Thüringer Hof ergeben, der Anfang 2025 Insolvenz anmelden und im Juni letztendlich schließen musste. Schon im August habe die erste Besichtigung stattgefunden und in den folgenden zwei Monaten wurde das Vertragliche geregelt.
Da das Forsthaus noch bis zum 28. Dezember geöffnet hatte, konnte der Umbau des ältesten Gasthofs Leipzigs erst Mitte Januar beginnen. Da war vor allem in der Küche, aber auch im Gastraum einiges zu tun. Immerhin wollten vorhandenes und mitgebrachtes Mobiliar aufgearbeitet und kombiniert werden.
Ganz neu ist der Tresen mitten im Restaurant. "Das ist unser Herzstück, das gleichzeitig als Raumteiler dient." Der große Gastraum fasst rund 100 Gäste, in zwei abtrennbaren Räumen finden jeweils zwischen 50 und 60 Personen Platz und vor dem Lokal gibt es einen Freisitz.
Thüringer Hof soll wieder erfolgreich werden
Das ist auch gut so, denn bereits jetzt gebe es viele Anfragen für die Weihnachtszeit. Der Grundstein ist für die Leidings und ihr 13 Köpfe starkes Team also gelegt, das Ziel heißt: "Erfolgreich sein und stabil am Markt bleiben", so der 39-Jährige.
Dafür kann man nur die Daumen drücken – oder einfach mal im Thüringer Hof vorbeischauen und den leckeren Hirschsauerbraten probieren.