Hai-Alarm in Leipzig: Zweifelhafte Siegerehrung mit hässlichen Blumen

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Leipzig - Am Mittwochabend wurde auf dem Augustusplatz ein ganz besonderer Sieger gekürt: Die Gruppe "Interventionistische Linke" (IL) hat den "gefräßigsten Miethai" der Stadt Leipzig verkündet. Etwa 60 Personen wohnten der Preisverleihung bei.

Die "Interventionistische Linke" hat auf dem Augustusplatz den "gefräßigsten Miethai" Leipzigs gekürt.
Die "Interventionistische Linke" hat auf dem Augustusplatz den "gefräßigsten Miethai" Leipzigs gekürt.  © Jan Kaefer

Bei der IL handelt es sich laut Sprecher Alex Sachse um eine bundesweite Organisation, die in knapp 30 Städten vertreten ist und lose Beziehungen zu der Partei "Die Linke" unterhält: "Wir sind eine linke oder auch linksradikale Gruppe und versuchen, zu verschiedenen gesellschaftlich relevanten Themenbereichen zu arbeiten", erklärt er.

In einer Online-Umfrage wurden die Teilnehmer dazu aufgerufen, ihre Vermieter anzugeben und über die eigenen Erlebnisse mit ihnen zu berichten.

In einer Auswahlmaske konnten dann noch bereits angewendete "Schikanen", wie etwa falsche Nebenkostenabrechnungen, Kontrollbesuche, fehlende Instandhaltung oder auch "Die Miete ist scheiße teuer" angekreuzt werden.

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Mit der Aktion wolle die Gruppe "Mietkämpfe" sichtbar machen, Betroffene untereinander vernetzen und auch Unterstützung anbieten. Beworben wurde die Umfrage online, aber auch durch das Verteilen von mit QR-Codes bedruckten Bierdeckeln in Leipziger Kneipen.

Das sind die Gewinner

Etwa 60 Personen wohnten der Preisverleihung bei.
Etwa 60 Personen wohnten der Preisverleihung bei.  © Jan Kaefer

Teilgenommen hatten bei der Abstimmung laut IL-Sprecher Sachse rund 700 Personen, die dabei knapp 40 Vermieter für die Preisverleihung zum "gefräßigsten Miethai der Stadt" nominierten.

Als "Sieger" gingen jedoch eindeutig Kevin Rader und Sven Schwarzat mit 128 Stimmen hervor. Platz zwei belegten "Hildebrandt & Partner" mit 125 Stimmen und als Drittes schaffte "Vonovia" mit 87 Stimmen den Sprung aufs Siegertreppchen.

Lediglich Hildebrandt & Partner teilten über den Geschäftsführer Heiko Leisten mit, dass man überrascht sei und die "Auszeichnung" den unternehmerischen Werten widerspreche: "In unserem Unternehmen gab und gibt es keine Versuche der Entmietung, es werden Instandsetzungsarbeiten beauftragt und es gibt keine unrechtmäßigen Mieterhöhungen", so Leisten.

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Schwarzat und Rader äußerten sich, ebenso wie Vonovia, auf TAG24-Anfrage nicht zur (bitteren) Verleihung und den gegen sie erhobenen Vorwürfen.

Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl und der vielen Einreichungen, überlegen die Initiatoren der Preisverleihung, auch im nächsten Jahr zur Wahl des "gefräßigsten Miethais" der Stadt aufzurufen.

Titelfoto: Jan Kaefer

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