Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem – Leipzig bekommt die Außenstelle der Außenstelle

Leipzig - Sie ist das ewige Gedächtnis des Holocaust: Die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Jetzt wird sie in Deutschland ihre erste Außenstelle außerhalb Israels bekommen. Im monatelangen Standort-Auswahlverfahren ging München als Sieger hervor – doch auch Sachsen bekommt ein Stück vom Kuchen ab.

Die Halle der Namen in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem – hier wird die nationalsozialistische Judenvernichtung anhand von Bildern und persönlichen Geschichten dokumentiert.  © imago/imagebroker

Die Stadt München wird Hauptstandort des neuen Bildungszentrums von Yad Vashem in Deutschland, das gab die Gedenkstätte in Jerusalem bekannt. Neben Bayern hatten sich auch Sachsen und Nordrhein-Westfalen beworben. In Leipzig, so die hiesigen Pläne, sollte das alte Naturkundemuseum zum Holocaust-Gedenk- und Bildungsort werden.

Das hat nun nicht geklappt. Doch Leipzig bekommt als "Trostpflaster" eine Außenstelle der Außenstelle. Diese kleinere Einrichtung soll interaktive Lernräume etablieren und ihre Angebote vor allem an Pädagogen und junge Menschen in der Region und in den Nachbarländern richten, teilte die Gedenkstätte mit.

Geplant ist demnach, das "Yad Vashem Educational Center" in das jüdische Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus zu integrieren.

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Dessen Direktor, Küf Kaufmann (79), reagierte hocherfreut: "Die Ernennung des Ariowitsch-Hauses zum Partner des geplanten Yad-Vashem-Bildungszentrums in München ist ein herausragendes Zeichen von tiefem Vertrauen. Wir, die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig, sehen darin eine Anerkennung unserer langjährigen Arbeit zur Bewahrung der Erinnerung, der historischen Verantwortung und der jüdischen Kultur."

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Der Regisseur und Kabarettist Küf Kaufmann (79) ist Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig und Direktor des Ariowitsch-Hauses.  © Alexander Bischoff

Kretschmer: Ehre und Verpflichtung zugleich

Das Ariowitsch-Haus in Leipzig ist ein jüdisches Kultur- und Begegnungszentrum – hier soll nun auch das "Yad Vashem Educational Center" seine Heimstätte finden.  © Ralf Seegers

Obwohl es nur ein "Teilsieg" der vom Kultusministerium erarbeiteten sächsischen Bewerbung ist, reagierte die hiesige Politik tief gerührt. Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) sprach von einer großen Ehre und zugleich Verpflichtung. Und blickte über den Tellerrand: "Leipzig kann eine Brücke nach Osteuropa sein – auch bei der Zusammenarbeit mit Polen und Tschechien in der Bildungs- und Erinnerungsarbeit."

Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU) freute sich über eine "nicht hoch genug zu schätzende Anerkennung". Und Leipzigs OB Burkhard Jung (68, SPD) sah das Votum als Auftrag, mit der Geschichte jüdischen Lebens und der lebendigen Erinnerungskultur in der Stadt als Hintergrund das "Educational Center" gemeinsam mit Yad Vashem inhaltlich auszurichten.

Wie geht es nun weiter? Laut Kultusministerium werden nach der Standort-Entscheidung die Finanzierung und bauliche Belange besprochen. Geplant ist die Eröffnung der Münchner Yad-Vashem-Außenstelle und des Leipziger "Educational Center" in den nächsten zwei bis drei Jahren.

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