Mehr als vier Tage Stillstand: Leipzig und Dresden gehören zu den schlimmsten Stau-Städten!

Leipzig/Dresden - Sachsens Großstädte "verstauen" immer mehr. Der Dresdner Autofahrer hat im vergangenen Jahr in seiner Stadt durchschnittlich 86 Stunden im Stau gestanden, der Leipziger sogar mehr als vier Tage (100 Stunden). So zumindest hat es der Navigations- und Telemetrie-Anbieter TomTom errechnet.

Im Raum Leipzig standen Pendler 2025 zusammengerechnet 100 Stunden im Stau. (Archiv)
Im Raum Leipzig standen Pendler 2025 zusammengerechnet 100 Stunden im Stau. (Archiv)  © Hendrik Schmidt/ZB/dpa

In seinem jährlichen Verkehrsindex wertet TomTom anhand von GPS-Daten und realen Fahrgeschwindigkeiten die Verkehrssituation von 500 großen Städten in 62 Ländern weltweit aus.

Für Leipzig und Dresden, die einzigen sächsischen Studienobjekte, gehen die Linien im Stau-Diagramm beständig nach oben. Heißt: mehr und längere Staus, mehr Lebenszeit im Stillstand!

Im deutschen Stau-Ranking belegt die Messestadt nach Nürnberg und Hamburg mittlerweile Rang 3, die sächsische Landeshauptstadt noch vor Berlin Platz 6.

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So braucht der Leipziger Autofahrer laut Verkehrsindex für eine zehn Kilometer lange Strecke durch seine Stadt inzwischen durchschnittlich 26 Minuten und 47 Sekunden - 42 Sekunden mehr als noch 2024.

Der Dresdner schafft es immerhin in 24 Minuten 29 Sekunden (plus 40 Sekunden). Im Schnitt kommt der Messestädter nur noch mit 22,4 Stundenkilometern voran, in der Abend-Rushhour gar nur mit 18,5 km/h. Der Elbstädter ist mit 24,5 und abends mit 20,7 km/h etwas schneller unterwegs.

Keine Ursachenforschung bei TomTom-Studie

Dresden verzeichnet im bundesweiten Vergleich einen der stärksten Anstiege des Staulevels. (Archiv)
Dresden verzeichnet im bundesweiten Vergleich einen der stärksten Anstiege des Staulevels. (Archiv)  © Robert Michael/dpa

Der durchschnittliche Staugrad, der den Anstieg der Reisezeit im Vergleich zum freien Verkehrsfluss angibt, liegt in Leipzig jetzt bei 47,5 Prozent (2024: 38,5 %). Bedeutet: Für eine Strecke, die man bei freier Fahrt in 20 Minuten absolvieren würde, braucht man fast 30 Minuten.

Für Dresden gibt der Verkehrsindex den Staugrad mit 44,7 Prozent an - ein Plus von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ursachenforschung betreibt die TomTom-Studie für die einzelnen Städte nicht.

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Doch in Sachsens Metropolen liegen die Gründe für das zunehmende Stau-Chaos auf der Hand: Folgen des Einsturzes der Dresdner Carolabrücke, monatelange Sperrung der Leipziger B2-Brücke Wundtstraße sowie politisch forcierte Umwidmung zahlreicher Fahrspuren in Radwege haben die innerstädtischen Verkehre massiv ausgebremst.

Erstmeldung: 21. Januar, 6.38 Uhr, zuletzt aktualisiert, 22. Januar, 17.42 Uhr

Titelfoto: Hendrik Schmidt/ZB/dpa

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