Kleines Wunder in Leipzig: Hier wird Falschparken günstiger
Von Lutz Brose
Leipzig - Es geschehen noch Zeichen und (kleine) Wunder. Fast alles wird teurer, doch ausgerechnet die Kosten fürs Falschparken sinken deutlich. Zumindest auf einem Supermarkt-Parkplatz an der Franzosenallee in Leipzig-Probstheida. Dort wurde bislang eine Vertragsstrafe in Höhe von 45 Euro fällig, wenn gegen die Parkordnung verstoßen wurde.
Wer kennt das nicht: Die Einkaufsliste im Kopf statt Parkscheibe auf dem Armaturenbrett, und schon wurde das Parken manchmal teurer als der Einkauf.
Die Unterplan Baubetreuung GmbH und der Supermarkt hatten jetzt gemeinsam beschlossen, den Betreiber zu wechseln und damit die Vertragsstrafen auf 29,90 Euro zu senken.
Ein Sprecher teilte dazu mit, "dass sich die Vertragsstrafen bei 'fair parken' am öffentlichen Bußgeldkatalog orientieren und je nach Art des Verstoßes in Anlehnung an den Bußgeldkatalog Abstufungen geben kann".
Laut dem Sprecher bewirtschaftet "fair parken" derzeit 21 Parkeinrichtungen in Leipzig.
Der bisherige Betreiber hat sich trotz Anfrage zu den deutlich höheren Vertragsstrafen nicht geäußert.
Platzhirsch mit Wucherpreisen?
Dieser betreibt in Leipzig wesentlich mehr private Parkflächen, gilt daher in der Branche als Platzhirsch, hat aber unlängst den Firmensitz von Leipzig-Grünau in die Niederlausitz verlegt und damit Hoffnungen auf weitere Übernahmen gehegt.
Mit Blick auf unsere niederländischen Nachbarn klingen selbst 45 Euro fürs falsche Parken beinahe noch moderat.
Dort wurden die Bußgelder zum 1. Januar massiv erhöht. Park- und Halteverstöße werden mit mindestens 130 Euro bestraft.
Wer unberechtigt sein Auto auf einem Behindertenparkplatz abstellt, zahlt sogar 400 Euro.
Das gilt freilich für den öffentlichen Verkehrsraum. Auf Privatflächen fallen die Strafen in den Niederlanden aber auch höher aus als bei uns aus.
Titelfoto: Montage: Lutz Brose

