Trotz 4000 monatlichen Nutzungen: Leipzig schafft Park-Toilette ab
Von Lutz Brose
Leipzig - An Silvester wurde die letzte Toilette aus dem Leipziger Lene-Voigt-Park in Reudnitz abtransportiert. Im Rahmen eines Pilot-Testbetriebes wurden dort im November 2023 zwei barrierearme Trockenklos aufgestellt. Die Benutzung war kostenlos und die Nachfrage riesig. Bis zu 4000 monatliche Nutzungen wurden gezählt.
Ein Jahr später wurde eine Toilette in Brand gesteckt und dabei völlig zerstört. In den Sommermonaten wurde diese durch ein Provisorium ersetzt.
Doch warum steht nun trotz der hohen Nachfrage keine Anlage mehr in dem belebten Park zur Verfügung?
Dazu teilte die Stadt auf Anfrage mit, "dass der Vertrag über die Anmietung der Sanitäranlage einschließlich der vollumfänglichen Bewirtschaftung für das Jahr 2025 regulär ausgelaufen ist. Im ursprünglich vorgesehenen Doppelhaushalt 2025/26 waren hierfür keine Haushaltsmittel eingeplant."
Weiter heißt es: "Vor dem Hintergrund der weiterhin angespannten Haushaltslage und der geltenden finanziellen Vorgaben im Bereich der freiwilligen Aufgaben wird derzeit geprüft, ob eine erneute Beauftragung ab März 2026 realisiert werden kann“.
Laut Stadt belaufen sich die monatlichen Kosten für Miete, tägliche Grundreinigung, Wartung und Entsorgung auf ca. 6000 Euro.
Scheitert das Toilettenkonzept an der angespannten Haushaltslage?
Gerät durch die angespannte Haushaltslage auch das Toiletten-Konzept der Stadt ins Wanken?
Auch dazu äußerte sich die Stadt ausführlich und bezieht sich dabei auf den bereits erwähnten Ratsbeschluss.
"Gegenstand des Beschlusses war neben der Errichtung und Inbetriebnahme von insgesamt 16 Sanitäranlagen (12 Trockentrenntoiletten, drei Freilufturinale sowie eine "Toilette für Alle") vordergründig der Aufbau eines neuen Aufgabenbereichs im Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig einschließlich der erforderlichen personellen Strukturen sowie weiterer begleitender Maßnahmen."
Die beschlossenen Maßnahmen bearbeite man seitdem intensiv.
Trotz der Bemühung, gesetzte Fristen einzuhalten, gehe die Stadt davon aus, dass "nicht alle Standorte bis zum Ende des Jahres in Betrieb genommen werden können".
Titelfoto: Montage: Lutz Brose

