Marode agra-Brücke bei Leipzig: So soll das Bauwerk zerstört werden

Markkleeberg - Nachdem eine Prüfung im vergangenen Jahr ergeben hatte, dass der Zustand der maroden agra-Brücke schlimmer ist als bisher angenommen, wurde beschlossen, dass das Bauwerk so schnell wie möglich abgerissen werden soll. Allerdings ist die Straße zwischen Leipzig und Markkleeberg extrem wichtig für den Verkehr in der Region, weswegen man eine Vollsperrung vermeiden möchte.

Die Brücke besteht aus Henningsdorfer Spannstahl und wurde in den 1970ern erbaut. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa

Am Dienstag hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) ihr Konzept vorgelegt, wie die Brücke stückweise abgebrochen werden soll, ohne die B2 voll zu sperren.

Bereits seit März läuft der Verkehr nur über den östlichen Brückenzug. Der Westliche ist seitdem gesperrt.

Er soll zuerst abgerissen werden und man weiß jetzt, wie das passieren soll. Bis die eigentlichen Arbeiten beginnen, kann es aber noch einige Monate dauern. Das Ausschreibungsverfahren soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

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Der eigentliche Abriss könnte laut aktuellen Schätzungen aber acht bis zehn Monate dauern, wann er begonnen wird, ist unklar, vermutlich aber erst 2027.

Das LASuV hat verschiedene Punkte in ihrer Planung bewertet und berücksichtigt. "Auf Basis dieser Analyse soll der Rückbau mithilfe einer Vorschubrüstung und Sägeschnitten erfolgen", teilte Pressesprecherin Corinna Saring mit.

So soll die Lärm- und Staubbelastung gering gehalten werden und nur wenig in den denkmalgeschützten agra-Park eingegriffen werden.

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Die Brückenfelder sollen in kleine Einzelteile zerstückelt werden

Der östliche Brückenzug wird aktuell gestützt.  © Jan Woitas/dpa

Beim Rückbau der maroden Brücke gibt es auch einige Herausforderungen. Durch die Risse im Material muss besonders vorsichrtig, kontrolliert und erschütterungsarm vorgegangen werden.

"Für das Verfahren wird zwischen jeweils zwei Brückenstützen eine Vorschubrüstung auf dem bestehenden Überbau errichtet", erklärte Saring. Die rund 21 Meter langen Brückenfelder sollen dann mit einer abgedeckten Seilsäge in 10 bis 15 einzelne Betonscheiben zerteilt werden.

Die herausgesägten Betonteile und die darin enthaltenden Spannglieder will man danach genauer untersuchen.

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Danach will man den westlichen Brückenzug neu bauen. Konkrete Pläne dazu gibt es noch nicht. Bis 2031 will man aber mit dem Brückenabriss und Neubau durch sein.

Man rechnet im Moment damit, dass die B2 wohl nicht längerfristig voll gesperrt werden muss. Falls es trotzdem zu Einschränkungen kommt, soll rechtzeitig informiert werden.

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