Mehr Mindestlohn, weniger Geld? Darum haben Vollzeit-Kräfte plötzlich weniger in der Tasche

Leipzig - Zu Beginn des Jahres wurde der Mindestlohn von 12,82 Euro auf 13,90 Euro erhöht. Doch was genau bedeutet das eigentlich für die betroffenen Leipziger Arbeitnehmer? Eine Studie der Stadt zeigt nun, dass dadurch die finanzielle Situation von Geringverdienern zwar verbessert wird. Trotzdem gibt es einen Haken.

Die Stadt Leipzig hat eine Studie veröffentlicht, dass der gestiegene Mindestlohn nicht für jeden ein Gewinn ist. (Symbolfoto)  © Marcus Brandt/dpa

Das Positive voraus: Die Erhöhung ermöglicht betroffenen Singles, die Vollzeit arbeiten gehen, erstmalig, ohne staatliche Stütze ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten.

Zumindest laut den Berechnungen, die anhand eines fiktiven Menschen in einem Einpersonenhaushalt in Leipzig gemacht wurden.

Der höhere Mindestlohn sorgt bei Betroffenen mit einem geringen Einkommen zwar generell für mehr Geld, doch nicht immer landet das auch im Portemonnaie.

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Denn durch den höheren Verdienst könnten die Grundsicherung oder das Wohngeld gekürzt werden. In Leipzig sind rund 54.000 Menschen auf Grundsicherung angewiesen. Mit 77 Prozent sind die meisten davon sogar arbeitsfähig.

Etwa 8000 Menschen gehen trotz Leistungsbezug einer Arbeit nach. Doch ihr Lohn reicht nicht zum Leben. Sie müssen ihr Einkommen mit staatlicher Hilfe aufstocken. Vollzeit-Beschäftigte könnten am Ende des Monats mehr raushaben, wenn sie ihre Stunden leicht reduzieren und dadurch wieder Wohngeld bekommen.

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Zusätzliche Arbeitsstunden werden also finanziell nicht in jedem Fall direkt belohnt.

Unterm Strich gilt dennoch: Mehr Arbeitszeit und der höhere Mindestlohn stärken in den meisten Fällen die finanzielle Selbstständigkeit.

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