Motorboote auf Leipziger Seen: Umweltschützer legen Widerspruch ein

Von Sebastian Münster

Leipzig - Der Leipziger Umweltschutzverein Ökolöwe kritisiert Pläne zur Freigabe weiterer Seen im Leipziger Umland für Motorboote. Hintergrund ist ein laufendes Anhörungsverfahren der Landesdirektion Sachsen zum Bootsverkehr auf dem Markkleeberger See und dem Störmthaler See.

Auf dem Cospudener See dürfen bereits kleine Elektromotorboote mit Gel-Akkumulatoren ohne Einzelgenehmigung betrieben werden. (Archiv)
Auf dem Cospudener See dürfen bereits kleine Elektromotorboote mit Gel-Akkumulatoren ohne Einzelgenehmigung betrieben werden. (Archiv)  © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

"Es kann nicht sein, dass der Freistaat einen See nach dem anderen für Motorboote öffnet. Die Menschen suchen an den Seen Ruhe und naturnahe Erholung – keine Belastung durch Motorbootlärm. Und auch die Natur braucht ihren Raum", sagte Božena Nawka, umweltpolitische Sprecherin des Vereins.

Die Landesdirektion Sachsen hatte den Cospudener See südlich von Leipzig bereits per Allgemeinverfügung dauerhaft für die Schifffahrt freigegeben. Seit dem ersten Februar sollte das für den Nordteil des Sees gelten.

Der Verein Ökolöwe hatte aber Widerspruch eingelegt. Die Freigabe verzögere sich daher, bis dieser bearbeitet ist, sagte die Landesdirektion der Deutschen Presse-Agentur.

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Der Cospudener See ist rund 400 Hektar groß und bei Badegästen sehr beliebt. Bereits jetzt gibt es laut der Behörde aber 135 Einzelgenehmigungen für die Nutzung motorisierter Boote auf dem Gewässer.

Behörde: Bootsverkehr ist "Grundentscheidung" des Landes

Die Tagebauseen sind laut den Naturschützern ein wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet für streng geschützte Vogelarten. (Archiv)
Die Tagebauseen sind laut den Naturschützern ein wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet für streng geschützte Vogelarten. (Archiv)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Auch im Falle des Markkleeberger und des Störmthaler Sees sehen die Umweltschützer von Ökolöwe wichtige Lebensräume gefährdet und stützen sich dabei auf Fachgutachten.

Die Bergbaufolgegewässer seien ein wichtiges Rast- und Überwinterungsgebiet für mehrere streng geschützte Vogelarten. Negative Auswirkungen auf die Umwelt könnten nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden.

Die Landesdirektion Sachsen beruft sich auf Anfrage auf das Sächsische Wassergesetz: Der Landesgesetzgeber habe "die Grundentscheidung getroffen, dass Tagebauseen schiffbar sind", sofern sie fertiggestellt sind. Wann eine Freigabe auch der weiteren beiden Seen für den Schiffsverkehr tatsächlich geschehe, sei aktuell nicht seriös abschätzbar. Noch fehlten Stellungnahmen und die tatsächliche Entscheidung der Behörde. Ähnlich wie im Fall des aktuell strittigen Cospudener Sees sei aber davon auszugehen, "dass es Sperrzonen wegen naturschutzrechtlicher Belange geben wird."

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Die Südspitze des Cospudener Sees bleibt für Boote aus Naturschutzgründen tabu. Auf allen drei betreffenden Seen ist neben Segelbooten und Paddlern zudem bereits jetzt ein Fahrgastschiff unterwegs.

Titelfoto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

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