Nach gescheiterter Olympia-Bewerbung: Leipzig will UNESCO-Musikstadt werden

Leipzig - Richard Wagner (1813-1883) wurde hier geboren und schrieb in der Stadt seine ersten Opern. Johann Sebastian Bach (1685-1750) komponierte als Thomaskantor seine bedeutendsten geistlichen Werke. Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) schuf als Gewandhauskapellmeister zahlreiche berühmte Werke. Jetzt will Leipzig seinen Wert als Musikstadt weltweit veredeln und "UNESCO City of Music" werden.

Gelebte Musik: Zum Leipziger Bachfest pilgern jedes Jahr Zehntausende Besucher aus aller Welt.  © DPA

Was ihr nach der gescheiterten Olympia-Bewerbung mit dem Sport bislang versagt blieb, will die Stadt nun mit ihrer enormen Musikalität erreichen.

Ein international bedeutsamer Titel muss her! Und so bewirbt sich Leipzig jetzt um Anerkennung als "UNESCO City of Music".

Die Bewerbungsunterlagen seien fristgerecht bei der deutschen UNESCO-Kommission eingereicht worden, informierte Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke (49, Linke) am Dienstag.

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Hintergrund: Der Status ist eine internationale Auszeichnung, die an Städte verliehen wird, die Musik als zentrales Element ihrer Stadtentwicklung nutzen.

Sie finden damit gleichzeitig Aufnahme in das "UNESCO Creative Cities Network" (UCCN), ein Netzwerk von Städten mit besonderer Kreativ- und Kulturwirtschaft (Musik, Literatur, Film, Design etc.).

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Leipzigs Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke (49, Linke) schickte die Bewerbung der Stadt für die Anerkennung als "City of Music" an die UNESCO.  © DPA
Das Bach-Denkmal vor der Thomaskirche. Der einstige Thomaskantor (1723-1750) komponierte in Leipzig den Großteil seines geistlichen Vokalwerks, darunter die Matthäus-Passion und das Weihnachtsoratorium.  © DPA

Leipzig bewirbt sich nicht als einzige Stadt

Sie sind eines der internationalen Aushängeschilder der Musikstadt Leipzig: die Thomaner.  © DPA

"Leipzig lebt von seiner außergewöhnlich facettenreichen Musiklandschaft - zwischen Bach und Clubkultur, Gewandhaus und Offspaces entsteht hier eine Musikstadt, in der kulturelles Erbe, künstlerische Innovation und gesellschaftliche Teilhabe selbstverständlich zusammenwirken", begründete Jennicke die Bewerbung.

Der UNESCO-Status solle die Stadt als weltoffene Musikmetropole international noch sichtbarer machen.

Das Auswahlverfahren ist zweistufig. Zunächst findet eine nationale Vorauswahl statt. Sollte diese für Leipzig erfolgreich sein, werden die Unterlagen von der UNESCO-Kommission in Paris geprüft.

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Im Herbst 2027 werden dann die neuen Musikstädte ernannt.

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