Kapitän mit Fell an Board: Leipzigerin gibt Kurse im Stand-up-Paddling mit Hund

Leipzig - Im Sommer sah man die Bretter durch jeden Kanal und See in Leipzig schippern: Stand-up-Paddling, also das stehende Paddeln auf einer Art Surfboard, ist die trendige Wassersportart der Stunde. Die Leipzigerin Monique Hunger hat den Fitness-Trend auf die wohl cleverste Art und Weise kombiniert und zeigt Hundefans, wie sie zusammen mit ihrem pelzigen Begleiter die Leipziger Gewässer unsicher machen können. TAG24-Redakteurin Anna hat das "Stand-up-Paddling mit Hund" getestet. 

Auch die Doggos bekommen eine Einweisung von Trainerin Monique Hunger (32). Damit keiner ungewollt baden geht, tragen die Vierbeiner Rettungswesten.
Auch die Doggos bekommen eine Einweisung von Trainerin Monique Hunger (32). Damit keiner ungewollt baden geht, tragen die Vierbeiner Rettungswesten.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild

Zusammen mit meinem Hund Teddy und drei weiteren Mensch-Hund-Teams helfe ich Monique an einem Samstagmorgen am Moritzsee bei Naunhof, ihre SUP-Boards aufzupumpen, was schon einem ersten kleinen Workout ähnelt. Auf dem Wasser soll es später dann noch sportlicher werden - SUP-Paddling gilt als super Ganzkörper-Workout und Training für die Tiefenmuskulatur. 

"Durch das ständige Ausbalancieren der Boards werden alle Muskeln bei Mensch und Hund angesprochen, beim richtigen Paddeln wird besonders auch der Rumpf angesprochen", berichtet Monique, während wir die Bretter schließlich ans Ufer des Moritzsees tragen. Die Boards selbst sind für unterschiedliche Gewichtsklassen ausgelegt - neben kleineren Hunden können auch größere Kaliber wie zum Beispiel Rhodesian Ridgeback "Bahari" mit ihren Besitzern aufs Wasser.

Die 32-jährige Monique hat sich schon länger auf das Training von Mensch und Hund spezialisiert - um Tier und Besitzer sicher und ohne Angst auf die Bretter zu bringen, hat sie sich auch speziell zur SUP-Trainerin ausbilden lassen. "In Leipzig bietet sich das Paddeln bei den vielen Kanälen und Gewässern ja gerade zu an. Zusammen mit dem Hund ist das ein komplett neues Erlebnis, was vor allem die Bindung und das Vertrauen zueinander stärkt", so die Sächsin. 

Mit ihrem Greyhound Dexter ist sie mittlerweile ein eingespieltes Team und genießt jede Fahrt auf dem Wasser.

Stück für Stück: Hunde müssen sich an Boards gewöhnen

Trainerin Monique (2. v. rechts) zeigt, wie man den Hund am besten aufs Board bekommt.
Trainerin Monique (2. v. rechts) zeigt, wie man den Hund am besten aufs Board bekommt.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild

Das mit dem Vertrauen sollten Teddy und ich in den nächsten Minuten auch schon erfahren: 

Stück für Stück soll ich dem kleinen Fellmann verklickern, dass von dem Brett und dem Paddel keine Gefahr, sondern vielmehr jede Menge Spaß ausgeht. Erst wird das Paddel ausgiebig beschnuppert und beäugt, dann über den Kopf des Hundes gehoben. 

Mithilfe von Leckerli und Leberwurst soll der Vierbeiner dann schließlich auch auf das Brett gelockt werden und sich bestmöglich gleich angewöhnen, nicht einfach davon abzuspringen. 

Für den Fall, dass es dann doch einmal "Hund über Board!" heißt, bekommt Teddy eine eigene kleine Schwimmweste verpasst.

So ausgerüstet sollen wir uns dann das erste Mal in die Fluten stürzen: Mit Moniques Hilfe schiebe ich Teddy und das Board aufs Wasser und steige schließlich selber auf. Zunächst gefällt dem Spitz die Situation nicht so ganz: Erst werden andere Badegäste am Ufer bekläfft, dann wuselt der Hund zwischen meinen Beinen vom einen Board-Ende zum anderen und bringt unser gesamtes "Konstrukt" ordentlich ins Wanken.

Irgendwann klappt es. Teddy hat sich ganz ruhig auf der Spitze des Boards niedergelassen und beobachtet wie ein kleiner Kapitän den See vor uns. Ich paddele weiter, bis die Geräusche des Ufers nur noch dumpf in der Ferne zu hören sind. Ich setze mich im Schneidersitz hin. Wasser schwappt leise gegen das Board, die Sonne scheint mir ins Gesicht. Der ganze Moritzsee scheint leer, da sind nur ich, Teddy, und das SUP. Magisch! 

Auch die anderen Kursteilnehmer haben sich auf dem See verteilt, Hündin "Luna" legt sogar noch eine Schippe drauf und macht Männchen und andere Kunststücke auf dem Board.

Kleiner Profi: Hündin "Luna" kann auf ihrem Brett auch Kunststückchen machen.
Kleiner Profi: Hündin "Luna" kann auf ihrem Brett auch Kunststückchen machen.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild
Am Ende des Kurses standen alle Teilnehmer, egal ob zwei- oder vierbeinig, aufrecht auf den Boards.
Am Ende des Kurses standen alle Teilnehmer, egal ob zwei- oder vierbeinig, aufrecht auf den Boards.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild
Entspannung muss sein: Rüde "Bahari" genießt den Ausflug auf See mit seinem Herrchen.
Entspannung muss sein: Rüde "Bahari" genießt den Ausflug auf See mit seinem Herrchen.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild

Ganz weit weg vom Ufer: Pure Entspannung beim Stand-up-Paddling

Zurück am Ufer kann Monique uns das Gefühl von absoluter Ruhe und Entspannung nur bestätigen. "Das ist was ganz anderes als zum Beispiel Wandern. Man ist weit weg von allen anderen Menschen und hat seine Ruhe. Aus dem Wasser heraus nimmt man seine Umgebung auch nochmal ganz anders wahr als von Land!"

Generell und auch wenn es draußen dann ein bisschen zu kalt ist, um sich in die nassen Fluten zu stürzen, bietet Monique auch noch weiteres Fitness-Training mit den Vierbeinern an: An verschiedenen Leipziger Spots wie dem Kulkwitzer See oder dem Völkerschlachtdenkmal wird mit Hund gejoggt, gewalkt oder auch mit dem eigenen Körpergewicht trainiert. Wer da mal hinein schnuppern möchte, kann sich über die Website anmelden. Voraussetzung ist nur die Bereitschaft, vor allem draußen den eigenen Puls in die Höhe treiben zu wollen - und natürlich der vierbeinige Begleiter.

Für das "Stand-up-Paddling mit Hund" gibt es für 2020 keine Kurse mehr. Einzelstunden können aber ebenfalls über die Website von Monique gebucht werden. 

Titelfoto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild

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