Petition forderte Wiederaufbau: Stadtrat beriet über Leipzigs "Blaues Wunder"

Leipzig - Neu-Leipziger wissen es vielleicht nicht, aber nicht nur Dresden hat ein "Blaues Wunder": Von 1973 bis 2004 führte eine Fußgängerbrücke mit eben diesem Namen über die Kreuzung des Goerdelerrings und des Tröndlinrings. Eine Petition sollte das erinnerungsträchtige Bauwerk wieder zum Leben erwecken - der Leipziger Stadtrat zeigte sich davon aber nicht begeistert.

Das "Blaue Wunder" verlief über die Kreuzung des Goerdelerrings und des Tröndlinrings.
Das "Blaue Wunder" verlief über die Kreuzung des Goerdelerrings und des Tröndlinrings.  © picture alliance/ Peter Endig

Kurz vor dem Jahreswechsel kursierte eine Petition im Netz, die das "Blaue Wunder" wiederbeleben wollte - unter anderem aus verkehrspolitischen Gründen, da sich am Ring häufig das erhöhte Verkehrsaufkommen staut.

Unter dem Namen war die Fußgängerbrücke bekannt, die 1973 über über dem Goerdelerring errichtet worden war, um dem nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern einen sicheren Weg über den immer breiter werdenden Innenstadtring mit den vielen Fahrspuren und Gleisen zu bereiten.

Den Namen bekam die Brücke verpasst, da sie mit ihrer blauen Anstrichfarbe an das "Blaue Wunder" in Dresden erinnerte. Die Farbe verschwand jedoch mit der Zeit.

Während der Friedlichen Revolution 1989 gingen Bilder des "Wunders" um die ganze Welt, da man von der Brücke herab das volle Ausmaß der berühmten Montagsdemonstrationen betrachten und fotografieren konnte.

2004: Leipziger protestieren gegen Abriss des "Blauen Wunders"

2004 musste das Bauwerk dann einer neuen Verkehrsführung an der Kreuzung Goerdelerring/Tröndlinring in Vorbereitung auf die Fußball-WM 2006 weichen. Schon damals hatten viele Leipziger gegen den Abriss protestiert, da die Brücke das Stadtbild bereits geprägt hatte und an die Montagsdemonstrationen erinnerte.

Schon im Vorfeld wurde die Petition "Blaues Wunder wiederbeleben" von der Stadtverwaltung abgelehnt. Im Sinne der Inklusion müssten an der neuen Brücke Fahrstühle oder Rolltreppen angebracht werden, was einen zu hohen finanziellen Aufwand bedeuten würde.

So ganz von der Idee ablassen wollten die Leipziger Stadträte am Mittwoch dann aber doch nicht. Unter anderem die AfD und die Grüne unterstützten die Idee, beispielsweise mit Lichtinstallationen oder Ähnlichem über das "Blaue Wunder" an die Friedliche Revolution zu erinnern.

Einen Neubau der Brücke schlossen die Ratsmitglieder aber aus.

Titelfoto: picture alliance/ Peter Endig

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