Raubkatzen-Attacke in Sachsen: Preisgekrönte "Tiger-Königin" schon länger in der Kritik
Schkeuditz - In einem Gewerbegebiet zwischen Leipzig und Sachsen-Anhalt ist Sonntagmittag ein Tiger ausgebrochen, nachdem er einen Mann (73) angegriffen und schwer verletzt hatte. Wie die Polizei wenig später bestätigte, wurde die Raubkatze in der Nähe einer Kleingartenanlage erschossen. Das Tier gehörte zur "Tiger-Königin" Carmen Zander (51), die für illegale Tierhaltung schon lange in der Kritik steht.
Wie es zu diesem Vorfall kommen konnte, blieb am Sonntag unklar.
Fakt ist: Die in Karl-Marx-Stadt geborene Tiger-Mama Zander ist Vollblut-Dompteurin. Seit sie 19 war, zog sie Raubkatzen groß, gewann etliche Preise, unter anderem in Monte Carlo. "Das Höchste, was man erreichen kann", wie sie mal zur "LVZ" sagte. Doch seit Jahren stehen Zirkusse mit Tieren in der Kritik.
Mit Streichel-Events und kleineren Tier-Shows hält sich Zander in diesem Gewerbegebiet über Wasser, aus dem nun einer ihrer Tiger ausgebüxt ist. Ein Platz zwischen Tankstelle und Lagerhäusern kurz vor der A9, aus Gittern und Zäunen zusammengeschustert. In Deutschland darf jede Privatperson Tiger kaufen, wenn sie Haltungsstandards erfüllt.
Das tat Zander offenbar bis 2022, übereinstimmenden Medienberichten zufolge erlosch vor Jahren ihre Haltungsgenehmigung. Scheinbar hatte sich bislang aber niemand getraut, der Tiger-Königin ihre mehr als zehn (!) Großkatzen abzunehmen.
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Schkeuditz' Bürgermeister: "Die Tiger müssen weg"
Der verletzte 73-Jährige sei ein freiwilliger Helfer gewesen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Er liegt nun im Krankenhaus. "Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr mehr."
Ein Kollege hatte die Raubkatze "mit einer Langwaffe" kurz nach 13 Uhr an der Kleingartenanlage "Gartenfreunde Dölzig" niedergestreckt. Die Beamten waren auch mit Drohnen im Einsatz, um sicherzustellen, dass keine weiteren Tiere entkommen konnten.
Carmen Zander wollte sich am Sonntag auf Nachfrage nicht äußern. Über Stunden saß sie im Auto und weinte. Vielleicht nicht die letzten Tränen, denn nicht nur Schkeuditz' Bürgermeister Rayk Bergner (53, CDU) war außer sich: "Die Tiger müssen weg. Mit drei Ausrufezeichen."
Titelfoto: Montage: PR + Michael Strohmeyer
