Sachsens Staatsbänker entsetzt: Vier Jahre nach Einweihung bröckelt ihr "Palazzo Prozzo"

Leipzig - Sein Bau hat den Steuerzahler 165 Millionen Euro gekostet. Doch schon vier Jahre nach seiner Eröffnung fängt der "Palazzo Prozzo" der Sächsischen Aufbaubank (SAB) an zu bröckeln. Nun ist der prunkvolle Leipziger Dienstsitz der Staatsbänker mit hässlichen Absperrgittern umstellt. Und es bahnt sich ein heftiger Rechtsstreit an.

Das Leipziger Dienstgebäude der Sächsischen Aufbaubank ist derzeit mit Absperrgittern umstellt - weil sich Fassadenteile lösen. Auch mit den Drehtüren gibt es Probleme.  © Ralf Seegers

Wohl selten hat ein öffentliches Dienstgebäude im Freistaat den Landesrechnungshof und den Bund der Steuerzahler so auf die Palme gebracht wie der neue SAB-Sitz in der Leipziger City mit seinem gigantischen Säulengarten.

Weil die Baukosten von geplanten 107 Millionen auf 165 Millionen Euro angestiegen waren, fand sich der "Palazzo Prozzo" im Schwarzbuch der Steuerzahler wieder und wurde mit dem Negativpreis "Schleudersachse" bedacht.

Für das viele Geld hat der Freistaat nun offenbar auch noch Baupfusch eingekauft. An den Fassaden lockern sich reihenweise die Blechverkleidungen und drohen, zu Boden zu stürzen. Inzwischen hat die staatliche Förderbank ihren Leipziger Dienstsitz mit Absperrgittern umstellt, damit niemand von herabstürzenden Bauteilen getroffen wird.

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"Die Schäden wurden im Rahmen einer turnusmäßigen Überprüfung der gesamten Fassade festgestellt", berichtete SAB-Sprecher Volker Stößel auf TAG24-Anfrage. Bisher hätten sich bereits 73 von insgesamt 1250 Abdeckungen gelockert.

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Betonkante der eher "russischen Art": Sieht beim genauen Hinschauen aus wie ein billiger Zweckbau, hat aber 165 Millionen Euro gekostet.  © Ralf Seegers
Gittergarten - damit der Baupfusch niemandem auf den Kopf fällt.  © Ralf Seegers

Baufirmen sollen für Baupfusch aufkommen

Der "Palazzo Prozzo" mit seinem "Garten" aus 159 Betonsäulen. Insgesamt hat das umstrittene Staatsbank-Gebäude 251 Säulen.  © Ralf Seegers

Der Grund für die Schäden sei noch unklar, so Stößel. "Die genaue Ursache der Schäden wird derzeit untersucht."

Die gelockerten Blechteile werden aktuell abgenommen. "Die Bauarbeiten werden voraussichtlich drei bis vier Wochen dauern", sagte Stößel. Danach würden Möglichkeiten der Wiederherstellung geprüft.

Über die Schadenshöhe hat die SAB nach Auskunft ihres Sprechers noch keinen Überblick.

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Dafür klare Vorstellungen, wer für die Beseitigung des Baupfuschs aufkommen muss. Stößel: "Die SAB hat juristische Maßnahmen ergriffen, um sich ihre Ansprüche wegen Mängeln an der Fassade gegen die beteiligten Baufirmen zu sichern."

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