Stadtrat: Schulbürgermeisterin nimmt brisante Entscheidung über Schwimmunterricht zurück

Leipzig - In den vergangenen Tagen hatten über 30 weiterführende Schulen in Leipzig die Nachricht erhalten, dass sie im kommenden Schuljahr bei der Vergabe von Schwimmhallenzeiten für den Unterricht leider keine Berücksichtigung finden könnten. Als Grund für die Entscheidung wurde wie so oft die prekäre Haushaltslage angeführt. Am Mittwochnachmittag beschäftigte sich der Stadtrat mit den geplanten Kürzungen.

Am Mittwoch beschäftigte sich der Leipziger Stadtrat mit den Vorgängen um die geplanten Kürzungen beim Schwimmunterricht an weiterführenden Schulen. (Archiv)
Am Mittwoch beschäftigte sich der Leipziger Stadtrat mit den Vorgängen um die geplanten Kürzungen beim Schwimmunterricht an weiterführenden Schulen. (Archiv)  © Elisa Schu/dpa

Der Bericht der "Leipziger Volkszeitung" über die Maßnahme des Schulamts hatte am Dienstag hohe Wellen geschlagen.

In der Stadtratssitzung äußerte sich nun Schulbürgermeisterin Vicki Felthaus (47, Grüne) zu dem Vorgang: "Wir stehen als Verwaltung gerade an einem Punkt, vor allem die freiwilligen Aufgaben anzuschauen und zu entscheiden, welche wir weiter finanzieren und welche nicht", erklärte sie einleitend.

"Die Schwimmzeiten in den weiterführenden Schulen sind eine freiwillige Aufgabe, des Schulträgers. Nichtsdestotrotz ist die Entscheidung, diese Schulzeiten zu streichen, etwas, was in der Presse kolportiert worden ist, was so nicht über meinen Tisch gegangen ist. Das ist ein schwieriger Vorgang, auch für mich. Diese Entscheidung ist nicht mit mir vorher kommuniziert worden."

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Man werde den Vorgang jetzt "intern auswerten", eine Prüfung sei bereits veranlasst worden, so Felthaus weiter. Hintergrund der etwas "voreiligen Entscheidung" des Schulamtes seien mögliche Einsparungen durch gestiegene Gebühren für die Nutzung der Bäder von insgesamt circa 100.000 Euro pro Jahr. "Ich habe trotzdem entschieden, dass der Schwimmunterricht, so wie er gerade stattfindet, auch weiterhin stattfinden kann", erklärte die Schulbürgermeisterin.

Durch die Streichung des Schwimmunterrichts für über 30 weiterführende Schulen sollten circa 100.000 Euro eingespart werden. Der Unterricht für Grundschüler stand dabei nie zur Debatte. (Symbolbild)
Durch die Streichung des Schwimmunterrichts für über 30 weiterführende Schulen sollten circa 100.000 Euro eingespart werden. Der Unterricht für Grundschüler stand dabei nie zur Debatte. (Symbolbild)  © Fabian Sommer/dpa
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Stadtrat einig bei Bedeutung von Schwimmunterricht für Kinder

Schulbürgermeisterin Vicki Felthaus (47, Grüne) versprach, eine Lösung für das Finanzierungsproblem zu finden. (Archivaufnahme)
Schulbürgermeisterin Vicki Felthaus (47, Grüne) versprach, eine Lösung für das Finanzierungsproblem zu finden. (Archivaufnahme)  © Jan Woitas/dpa

Nun solle versucht werden, eine "interne Lösung" für das Finanzierungsproblem zu finden. Man werde nun aktiv auf die Schulen und die Sportbäder GmbH zugehen, so die Grünen-Politikerin, die anschließend um Entschuldigung bat. Umgehend drückten viele der anwesenden Abgeordneten ihre Zustimmung durch lautes Klopfen aus.

In der anschließenden Debatte ging es zunächst um die internen Kommunikationsprozesse im Rathaus. Einig waren sich die Stadtratsmitglieder dann jedoch in der Bedeutung der Aufrechterhaltung des Schwimmunterrichts. So hätten viele Kinder noch immer große Defizite aufgrund des ausgefallenen Schulsports während der Corona-Pandemie.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) nahm am Ende noch Schulen und Vereine in die Pflicht: "Wir sind uns alle einig, wie wichtig Schwimmunterricht ist. Wir erleben jedoch auch, dass Hallenzeiten gebucht aber nicht genutzt werden und dann fehlt plötzlich Schwimmzeit für die Bevölkerung."

Titelfoto: Bildmontage/Elisa Schu/dpa/Fabian Sommer/dpa

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