Sind die hier falsch? Kuriose Tierbabys ziehen Dutzende Schaulustige in Leipzig an

Von Lutz Brose

Leipzig - Echte Frühjahrsbelebung im Wildpark an der Koburger Straße in Connewitz. Nach dem Winter zieht es kleine und große Städter wieder verstärkt in Leipzigs wohl attraktivstes Naherholungsgebiet. Ein unüberhörbares Grunzen und Quieken im weitläufigen Schwarzwildgehege locken die Besucher bei freiem Eintritt noch mehr an.

Die rosa Schweinchen sind nicht so gut getarnt wie ihre Geschwister.  © Lutz Brose

Dutzende Frischlinge, von Leitbachen eskortiert, ziehen durch das Wildschweinparadies im südlichen Auenwald. In größerer Entfernung sind die Jungtiere in ihren "Tarnanzügen", den hellbraunen Fellen mit markanten dunkelbraunen bis gelblichen Längsstreifen, nur schwer zu erkennen.

Wären da nicht ein paar besondere Ausgaben der Natur. Mit ihrem schwarzweiß gescheckten Fell entsprechen die Tiere zwar nicht dem Schönheitsideal eines Schwarzkittels, sind aber an Niedlichkeit kaum zu überbieten.

Doch sind diese süßen Schweinchen nicht großer Gefahr ausgesetzt? Sabrina Mäder vom Sachgebiet Wildpark kann beruhigen: "Im natürlichen Lebensraum wären solche Farbvarianten wie die Scheckung tatsächlich stärker gefährdet, weil sie leichter zu entdecken wären. Im Wildpark besteht dieses Risiko jedoch nicht."

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"Hier gibt es keine natürlichen Feinde und die Tiere werden gut überwacht und versorgt. Die Bache macht auch keinen Unterschied im Umgang mit den Frischlingen", berichtet Sabrina Mäder weiter.

Sie erzählt, dass derzeit sieben von neun Bachen ihre Frischlinge bekommen haben und sich die Anzahl etwa auf Vorjahresniveau bewegt.

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Zahlreiche Fahrradfahrer stiegen ab, um sich die ungewöhnlichen Tierbabys anzusehen.  © Lutz Brose
Einige der kleinen Schweinchen sehen ihren Mamas nicht wirklich ähnlich.  © Lutz Brose

Wieso kommen einige Frischlinge "anders" daher?

Für die Bachen macht es keinen Unterschied, wie ihre Nachkommen aussehen.  © Lutz Brose

Die Expertin klärt auf: "Die hellen, gefleckten Frischlinge lassen sich sehr wahrscheinlich durch eingekreuzte Hausschwein-Genetik erklären."

"Viele dieser Farbgene sind rezessiv, sodass erwachsene Tiere äußerlich völlig typisch aussehen können, das Merkmal aber dennoch tragen. Manchmal auch viele, viele Generationen, nachdem irgendwann einmal Hausschweine eingekreuzt wurden", so Mäder.

Dass sie im Leipziger Raum häufiger vorkommen, erklärte die Verantwortliche so: "In Mitteldeutschland, auch rund um Leipzig, wurden Wälder über Jahrhunderte als sogenannte Hutewälder genutzt, also als Waldweiden, auf denen unter anderem Schweine zur Eichelmast gehalten wurden."

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"Das macht es plausibel, dass über Generationen hinweg vereinzelt Hausschwein-Gene in Wildschweinpopulationen gelangten."

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