Svens Kindheitstraum wird wahr: So fühlt es sich an, mehrere Tonnen zu bewegen
Leipzig - Sven Körbs (44) lebt den Kindheitstraum von vielen: Er ist Moderator und Kommentator beim RB-Leipzig-Fanradio "Bullenfunk". Sein Kindheitstraum war aber ein ganz anderer: Er wollte schon immer mal selbst eine Straßenbahn fahren. Als die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) davon mitbekamen, haben sie ihn zur Fahrstunde eingeladen.
Regel Nummer 1 in der Straßenbahn-Fahrschule: Was Fahrlehrer Stefan Grade (47) sagt, ist Gesetz.
Der erfahrene Ausbilder hat schon so einigen Schülern das Straßenbahnfahren beigebracht und schickte nach einer kurzen Einweisung auch Sven Körbs direkt auf die Schiene. Die Aufgabe: Die Bahn sicher vom Straßenbahnhof Angerbrücke nach Grünau und wieder zurückzufahren.
"Das ist schon krass, worauf man achten muss", stellte der Moderator relativ schnell fest. Statt eines Lenkrades wie im Auto hat er einen Steuerknüppel und eine ganze Menge Knöpfe.
"Es ist schon anders als Autofahren, vor allem in den Kurven", merkte Körbs an. Auch die Verkehrsschilder und Signale sind ganz anders als die, die man aus der klassischen Fahrschule lernt.
Die größte Schwierigkeit ist jedoch das genaue Bremsen an der Haltestelle. Das muss am besten millimetergenau passen. "Straßenbahn fahren kann jeder, das richtige Anhalten ist die Herausforderung", mahnte Fahrlehrer Grade.
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Sven Körbs erfüllt viele Kriterien eines perfekten Bahnfahrers
Nach wenigen Minuten hatte Sven Körbs den Dreh aber raus und wollte am liebsten gar nicht mehr aussteigen. "Das macht so viel Spaß. Ich würde mich am liebsten direkt bewerben", witzelte er.
Vor allem bei Spielen von RB Leipzig sind die LVB voll ausgelastet. Dann gibt es drei Sonderlinien, zusätzliche Bahnen, Gästefanshuttles und bis zu 1000 zusätzlich gefahrene Straßenbahnkilometer pro Spiel. Im Stadion merkte Fanradio-Kommentator Körbs davon bisher nichts.
Spätestens nach der Fahrstunde hat er aber eine andere Wertschätzung für den Job und er erfüllt auch viele Kriterien, die ein perfekter Fahrer laut Stefan Grade haben sollte: "Er bringt eine Begeisterung und Interesse mit und hat ein hohes Verantwortungsbewusstsein."
Auch die Fahrleistung wurde auf der Strecke immer besser. "Ich habe mich auch mal nach hinten gesetzt und angelehnt. Das passiert nicht immer", sagte der Fahrlehrer.
Seine Sicht auf das Straßenbahnfahren hat sich verändert
"Für mich ist wirklich ein Kindheitstraum wahr geworden", strahlte Sven Körbs nach der Fahrt. Das Moderieren würde er zwar dafür nicht eintauschen, aber vielleicht "kann man beides zusammen machen", sagte er mit einem Augenzwinkern.
Wenn er beim nächsten Heimspiel wieder die Straßenbahn zur Red Bull Arena nimmt, hat er zukünftig auch einen anderen Blick darauf und stellte fest: "Ich würde lieber selber am Steuer sitzen".
Titelfoto: Bildmontage: Silvio Bürger

