Zug statt Flugzeug: Winter-Chaos vermiest Minister Reise nach Lettland
Leipzig - Das Winterwetter brachte am Montag auch die Reisepläne von Außenminister Johann Wadephul (62,CDU) durcheinander. Wegen gefrierenden Regens konnte das Regierungsmitglied am Morgen nicht wie geplant, mit dem Flugzeug vom Hauptstadtflughafen aufbrechen. Stattdessen nahm Wadephul den Zug nach Leipzig, um von hier aus mit dem Flieger nach Lettland zu reisen.
"Aufgrund der extremen Wetterbedingungen wurde der Abflugort von Berlin nach Leipzig verlegt, um die Reise organisieren zu können", teilte das Auswärtige Amt am Montag mit.
Zunächst sei daher auch unklar gewesen, ob die geplanten Termine in Riga und Stockholm verschoben werden müssen. Kurzerhand brach man also mit dem ICE nach Leipzig auf, um von dort aus mit einem Airbus der Luftwaffe weiterzureisen.
Leider kam es aufgrund der Witterungsbedingungen auf dieser Strecke am Morgen jedoch auch zu teils erheblichen Störungen im Betriebsablauf der Deutschen Bahn.
So konnte der Bundeswehr-Airbus nicht wie geplant, pünktlich um 8 Uhr abheben, sondern startete erst um 9.27 Uhr vom Flughafen Leipzig/Halle in Richtung Lettland.
Reiseschwerpunkt ist Sicherheit im Ostseeraum
Schwerpunkt der Reise ist die Sicherheit in der Ostseeregion.
Seit der Invasion Russlands in der Ukraine werden immer wieder Beschädigungen an Unterwasser-Kommunikationskabeln gemeldet, die Moskau zugeschrieben werden. Auch die Zahl der Cyberangriffe und GPS-Störungen in der Region war zuletzt spürbar gestiegen.
"Die Welt ordnet sich neu", sagte Wadephul vor der Abreise. "In dieser Phase geopolitischer Umbrüche müssen wir Europäer selbstbewusst und geschlossen auftreten und handeln."
Der Ostseeraum verdiene als Hotspot dieser Entwicklungen besondere Aufmerksamkeit, so der deutsche Außenminister.
"Dort sind wir und einige unserer engsten Partner in der Europäischen Union und im NATO-Bündnis hybriden Bedrohungen Russlands ausgesetzt. Dort entscheidet sich auch, ob wir durch Zusammenhalt und Stärke dauerhaft für Freiheit, Sicherheit und Wohlstand in Europa sorgen können."
Titelfoto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

