Zwei Autobahnanschlüsse bei Leipzig sollen verschwinden: "Gefährden den Wirtschaftsstandort"

Leipzig/Schkeuditz - Gleich zwei Autobahnanschlüsse im Leipziger Nordraum sollen zugunsten eines neuen verschwinden. Die Messestadt warnt vor der Schaffung eines Nadelöhrs, spricht gar von einer Gefahr für den Wirtschaftsstandort - und fordert stattdessen den Ausbau und Erhalt der beiden Anschlussstellen.

Die Autobahn GmbH will die beiden Anschlussstellen Leipzig-Nord und Schkeuditz zugunsten eines neu zu schaffenden Anschlusses an der Radefelder Allee wegfallen lassen.  © EHL Media

Betroffen sind die Anschlussstelle Leipzig-Nord sowie die Autobahnanschlussstelle Schkeuditz. Wie Leipzigs Stadtverwaltung mitteilte, plant die Autobahn GmbH, beide Anschlüsse zugunsten einer neu zu schaffenden Anschlussstelle an der Radefelder Allee wegfallen zu lassen.

Die Messestadt fordert hingegen den Erhalt der Anschlussstelle Schkeuditz und sogar den Ausbau von Leipzig Nord. "Aus Sicht der Städte Leipzig und Schkeuditz, des Landkreises Nordsachsen, der Wirtschaftskammern, des Flughafens und der Unternehmen ist dies die beste Lösung, den Anforderungen des Wirtschaftsraums Nord gerecht zu werden", hieß es in einer Mitteilung.

Der Leipziger Nordraum gehöre zu den dynamischsten Wirtschaftsstandorten Deutschlands. Mehr als 100 Unternehmen mit über 20.000 Beschäftigten seien dort angesiedelt, darunter Porsche sowie DHL am Flughafen Leipzig-Halle. Sie alle seien auf leistungsfähige Autobahnanbindungen angewiesen.

Leipzig Lokal Wegen Fußballtrikot: 17-Jähriger bedroht und beraubt

"Eine schlechtere Anbindung bedeutet längere Fahrzeiten, höhere Transportkosten und damit einen Wettbewerbsnachteil für Unternehmen und für die ganze Stadt und Region." Leistungsfähige und verlässliche Verkehrsverbindungen seien zudem für Investitionen sowie weitere Unternehmensansiedlungen ein entscheidender Faktor, so die Stadt weiter.

Anzeige

Stadt kritisiert: Gesprächsangebot wurde auf die lange Bank geschoben

Die Messestadt versucht nun, dies zu verhindern, spricht dabei sogar von einer Gefahr für den Wirtschaftsstandort.  © EHL Media

"Reduziert die Autobahn GmbH die Anbindung auf nur eine Anschlussstelle, schafft sie sehenden Auges ein Nadelöhr", erklärte Leipzigs Wirtschaftsbürgermeister Clemens Schülke. "Ein querstehender Lkw reicht, um die Unternehmen rund um Porsche und DHL von der A14 abzuschneiden und die Verkehrsströme zum Erliegen zu bringen. Die Planungen der Autobahn GmbH gefährden den Wirtschaftsstandort."

Leipzig habe seine Position bereits in einer ausführlichen Stellungnahme an die Autobahn GmbH mitgeteilt - allerdings leider nicht mit der von der Stadt erhofften Reaktion.

"Leider ist die Autobahn GmbH nicht bereit, sich mit den Themen vor Ort auseinanderzusetzen", so Baubürgermeister Thomas Dienberg. "Ein Gesprächsangebot unsererseits wurde auf die lange Bank geschoben."

Leipzig Lokal Kurioser Vorfall am Rande der Stadt: Auto fällt "vorzeitig" Maibaum!

Der Plan des Unternehmens behindere die langfristige Entwicklung des Wirtschaftsstandorts. "Unser Ziel ist klar: Die Entwicklung des Nordraums Leipzig kann nur in Partnerschaft gelingen."

Mehr zum Thema Leipzig Lokal: