Nach Ausbruch ihres Tigers bricht Carmen Zander ihr Schweigen: "Habe nichts falsch gemacht!"
Dölzig - Sie hat Angst um ihre Tiere und sieht sich frei von jeder Schuld: Nach dem Ausbruch einer ihrer Tiger, der einen Fütterungs-Helfer schwer verletzte, hat sich die bekannte Raubtier-Dompteurin Carmen Zander (52) erstmals öffentlich zu Wort gemeldet. Und dabei auch die Tötung von Sandokan kritisiert.
Sie sei zum Zeitpunkt des Unglücks wegen eines privaten Termins nicht vor Ort gewesen, sagte Zander in einem Interview mit dem TV-Sender RTL.
Wie es zu dem Ausbruch kommen konnte, könne sie sich bislang nicht erklären. "Die Sicherheit war immer und ist immer gegeben - und deswegen, umso schwerer fällt es mir, zu begreifen, was hier passiert ist", erklärte die Dompteurin.
Der später verletzte Helfer (72) sollte die Tiere nur füttern, nicht aber herauslassen. "Ich habe nichts falsch gemacht - meine Helfer sind zu 100 Prozent instruiert", so Zander.
Sie hoffe, dass der mit Bisswunden und Prankenschlägen übersäte Mann überlebt und schnell wieder auf die Beine kommt. Zander: "Nur er weiß, was vorgefallen ist. Nur er kann mich entlasten."
"Tiger Queen" Carmen Zander stellt klar: "Ich bin kein Dummchen!"
Schockiert sei sie, dass ihr "Kuschelbär" Sandokan von der Polizei getötet wurde. Der knapp 300 Kilo schwere Tiger hatte sich bei seinem etwa 30-minütigen Ausflug einer Kleingartenanlage genähert, in der zahlreiche Menschen ihren Sonntag verbrachten.
Die Polizei sah die Kleingärtner in akuter Gefahr und erschoss das Tier mit einem halbautomatischen Gewehr Haenel CR223. "Hätten sie mich zu ihm gelassen, hätte ich Sandokan einfangen können, ich hätte ihn retten können", behauptete Zander mit brüchiger Stimme.
Ihre größte Angst ist es, nun auch ihre anderen Tiger zu verlieren. "Ich bin ja schon in der Situation, dass man mir schon lange die Tiere wegnehmen möchte. ... aufgrund von Gegnern und Neidern und Hassern", so Zander.
Und sie wies die Kritik an ihrer Tierhaltung zurück. "Ich kann mein Handwerk - ich bin kein Dummchen, was hier plötzlich meint, mit Raubtieren arbeiten zu müssen."
Titelfoto: Bildmontage: Michael Strohmeyer

