Neues Pilotprojekt: Leipzig engagiert jetzt Millionen Fadenwürmer als Raupen-Killer
Leipzig - Er gehört zu den alljährlich wiederkehrenden Plagen, die uns Mutter Natur beschert hat: der Eichenprozessionsspinner. Er frisst nicht nur die Eichen kahl, seine feinen Brennhaare lösen bei Menschen auch teils schwere allergische Reaktionen aus. Die Stadt Leipzig geht nun neue Wege in der Bekämpfung der fiesen Raupe - mit einem gefräßigen Wurm.
Nematoden sind mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Die nur 1,2 Millimeter kleinen Fadenwürmer, die natürlicherweise im Boden vorkommen, haben Eichenprozessionsspinner zum Fressen gern. Und das nutzen immer mehr Landschaftsgärtner aus, um die böse Stachelraupe auf natürliche Weise zu bekämpfen.
Als erste Kommune im Freistaat hat jetzt auch Leipzig ein Millionenheer an Nematoden besorgt, um die Stadt "spinnerfrei" zu bekommen.
An befallenen Eichen in stark genutzten Grünanlagen wie dem Clara-Zetkin-Park sowie auf dem Alten Johannisfriedhof sollen sie jetzt auf die Plagegeister losgelassen, sprich: in einer Wasserlösung in die Bäume und Bodennester gespritzt werden.
Das Prinzip: Treffen die Fadenwürmer auf die Larven der Raupe, dringen sie in deren Körper ein und fressen diese von innen auf. Da Nematoden weder Hitze noch UV-Strahlung mögen, muss alles am Abend vonstattengehen, wie die Stadtverwaltung informierte.
Neben Leipzig sind auch Parkanlagen in Dresden sowie Eichenwälder in den Landkreisen Meißen und Nordsachsen alljährlich vom starken Befall des Eichenprozessionsspinners betroffen.
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Bekämpft werden sie in der Regel chemisch oder durch Absaugen. Verläuft der Leipziger Nematoden-Test erfolgreich, könnte auch hier auf die natürliche Bekämpfung umgestellt werden.
Titelfoto: Montage dpa
