Leipziger AfD will Windkraftausbau verhindern und erntet Shitstorm im Stadtrat

Leipzig - Deutschland will bei der Nutzung von Windkraft zur Stromgewinnung nachlegen. Damit das gelingt, braucht es jedoch zusätzliche Anlagen. In Leipzig hat es sich nun die AfD zum Ziel gemacht, eine Windrad-Invasion zu verhindern.

Der Ausbau der Windenergie könnte auch um Leipzig zum Bau neuer Anlagen führen. Die AfD-Fraktion hat es sich zum Ziel gesetzt, dem einen Strich durch die Rechnung zu machen. Im Stadtrat gab es dafür mächtig Gegenwind. (Symbolbild)
Der Ausbau der Windenergie könnte auch um Leipzig zum Bau neuer Anlagen führen. Die AfD-Fraktion hat es sich zum Ziel gesetzt, dem einen Strich durch die Rechnung zu machen. Im Stadtrat gab es dafür mächtig Gegenwind. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa

Die Forderung der Rechtspopulisten: keine Windkraftanlagen in einem Abstand von weniger als 1000 Metern zu Wohnhäusern.

"Die AfD-Fraktion Leipzig lehnt den Ausbau von Windkraftanlagen auf Leipziger Flur [...] strikt ab", heißt es dazu in einem Antrag, der genau dies sicherstellen sollte, gefolgt von zahlreichen Kritikpunkten gegenüber Windenergie.

So sei bis heute nicht hinreichend erforscht, welche negativen Auswirkungen Windkraftanlagen auf den menschlichen Organismus hätten. "Dafür steht mittlerweile fest, dass Windräder durchaus einen Anteil an der Reduktion der Fluginsektenpopulation haben und die häufigste Todesursache von Rotmilanen sind."

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Erst im März hatte Leipzigs Stadtrat die Erarbeitung eines Energiekonzeptes beschlossen, das als Grundlage für die Bereitstellung von Flächen für den Windkraftausbau um die Messestadt dienen soll. "Dass die Bürger am Stadtrat keine Anlagen haben wollen, interessiert Sie dabei nicht", kritisierte AfD-Stadtrat Marius Beyer bei der Sitzung am Mittwoch. "Nur die AfD lehnt das ab."

Von den Räten der anderen Fraktionen gab es dafür mächtig Gegenwind.

Kritik an Vorstoß gegen Windkraftausbau: "Klassischer AfD-Blödsinn"

Erst im März hatte Leipzigs Stadtrat die Erarbeitung eines Energiekonzeptes beschlossen, das als Grundlage für die Bereitstellung von Flächen für den Windkraftausbau dienen soll.
Erst im März hatte Leipzigs Stadtrat die Erarbeitung eines Energiekonzeptes beschlossen, das als Grundlage für die Bereitstellung von Flächen für den Windkraftausbau dienen soll.  © Peter Endig/dpa

SPD-Stadtrat Andreas Geisler zufolge würden im Antrag genannte Kritikpunkte gegenüber Windkraft so nicht zutreffen. So hätten erste Ergebnisse einer Studie aus dem vergangenen Jahr gezeigt, dass tatsächlich Fressfeinde die Todesursache Nummer eins für Rotmilane seien. Windkraft landete in der Studie auf Platz sieben nach Vergiftungen, Kollisionen im Straßenverkehr, Stromschlägen, illegalen Abschüssen und Unfällen mit Zügen.

Zwar würden in den Sommermonaten zahlreiche Insekten durch Windräder sterben. Naturschützer bezweifeln jedoch, dass sich dadurch drastische Auswirkungen auf Populationen ergeben. "Wind ist aktuell eine der günstigsten Energiequellen. Er sorgt dafür, dass Arbeitskräfte erhalten bleiben, weil der Strom bezahlbar bleibt", so Geisler.

Grünen-Stadtrat Jürgen Kasek bezeichnete den Antrag als "klassischen AfD-Blödsinn". "Wer von der Verschandelung der Landschaft spricht, aber Kohleabbau befürwortet, der ist nicht mehr ganz dicht."

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Diplomatischer versuchte es da zumindest noch Dr. Sabine Heymann von der CDU, die dazu mahnte, jetzt nicht einfach stur gegen die Bemühungen des Bundes und Freistaates zu sein, um auch in Zukunft noch mitgestalten zu können.

Der Antrag wurde schließlich mit großer Mehrheit abgelehnt.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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