Judoka prügelte deutschen Olympioniken ins Krankenhaus - und relativiert seine Blut-Tat!

Leipzig - Nach der Prügel-Attacke gegen den deutschen Judoka Timo Cavelius (29) meldete sich am Mittwoch der Angreifer Akaki Japaridze (24). Der Georgier sieht die Schuld aber nicht bei sich und tritt nach.

Akaki Japaridze (24, l.) verschwand nach dem Angriff im Hotel. (Archivbild)  © IMAGO / Artur Stabulnieks

Auf Instagram bezeichnete er jede Form von körperlicher Aggression im Sport als "inakzeptabel" und schrieb: "Ich scheue mich nicht, die Verantwortung für das Geschehene zu übernehmen."

Gleichzeitig stellte er klar, dass er Cavelius nicht angegriffen hatte, weil seine Emotionen nach der Niederlage übergekocht waren.

Als Grund nannte er "das aggressive Verhalten des Gegners, das sowohl verbale Beleidigungen als auch Gesten umfasste". Das sei als Georgier und als Mann für ihn so nicht hinnehmbar gewesen.

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Damit meint er wohl, dass Cavelius nach seinem Sieg mit geballter Faust in Richtung des Georgiers gejubelt hat. In einer Stellungnahme, die der Deutschen Presseagentur vorliegt, erklärte der 29-Jährige: "Dieser Jubel galt meinem eigenen Team [...] Ich möchte ausdrücklich klarstellen, dass es zu keinem Zeitpunkt meine Absicht war, Akaki Japaridze als Sportler zu demütigen oder ihn aufgrund seiner Herkunft, seiner Nationalität oder seiner Identität als georgischer Mann zu beleidigen".

Der Judo-Club Leipzig (JCL), für den Japaridze als Gastkämpfer angetreten war, verurteilte die Attacke deutlich. JCL-Cheftrainer Sven Heinle sagte: "Ich bin seit fast 30 Jahren Judoka und über 20 Jahre international unterwegs und hab' das in diesem Ausmaß noch nie erlebt."

Der 24-jährige Judoka war bisher zweimal für Leipzig angetreten und sei vorher nicht auffällig gewesen. Laut JCL-Präsident Uwe Bierey war der Angriff eine "spontane Einzelaktion, die nichts mit den beiden Vereinen zu tun hat".

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Cavelius: "Auch nachdem ich am Boden lag, setzte er die Schläge fort"

Timo Cavelius (29, r.) wird nach der Operation wochenlang nicht an Wettkämpfen teilnehmen können.  © Hannes P Albert/dpa

Für Timo Cavelius ist das sicherlich nur ein schwacher Trost. Der 29-Jährige musste im Krankenhaus in Leipzig operiert werden. Er erlitt zwei Unterkieferfrakturen, die mit drei Platten stabilisiert werden mussten.

Für ihn ist der Angriff absolut unverständlich: "Ich wollte zu meinen Teamkollegen jubeln und dann ging es auch schon los", beschrieb Cavelius gegenüber dem Tagesspiegel. "Auch nachdem ich bereits am Boden lag, setzte er die Schläge gegen mich fort", fügte er an. Erst durch das Eingreifen von Cavelius' Teamkollegen konnte die Situation gestoppt werden.

"Selbst wenn mein Jubel bei Akaki Japaridze negative Emotionen ausgelöst haben sollte, kann dies einen solchen Gewaltexzess weder erklären noch rechtfertigen", so Cavelius.

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Für den deutschen Judoka vom TSV Abensberg war die Attacke besonders bitter. Er wird wohl länger ausfallen und damit auch die Weltmeisterschaften in Budapest verpassen. Cavelius hätte dort wichtige Punkte für die laufende Olympiaqualifikation sammeln können. Er will 2028 in Los Angeles starten.

Der Angriff wird nun weiter aufgearbeitet. Der Deutsche Judo-Bund kündigte an, sämtliche sportrechtlichen und rechtlichen Schritte zu prüfen und konsequent zu verfolgen. Judo stehe für "Respekt, Wertschätzung und gegenseitige Achtung".

Die Internationale Judo-Föderation (IJF), die Europäische Judo-Union (EJU) und der Georgische Judoverband wurden ebenfalls informiert. Dem Leipziger Verein könnte eine Geldstrafe drohen. Akaki Japaridze könnte eventuell lebenslang gesperrt werden.

Auch die Polizei ermittelt. Der Leipziger Polizeisprecher Moritz Peters erklärte auf TAG24-Anfrage, dass man wegen Körperverletzung gegen den Georgier ermittelt.

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