Leipzig/Magdeburg - Die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags hat offenbar weitere Einsparungen beim Mitteldeutschen Rundfunk zur Folge. Nach TAG24-Informationen wurde bereits bei einer Mitgliederversammlung am Dienstag das Ende von "MDR um 2" zum Jahresende verkündet.
Die überraschende Botschaft verkündete einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" zufolge Landesfunkhauschef Tim Herden, der gleichzeitig bekannt gab, dass an einem Nachfolgeformat gearbeitet werde. Dieses solle 2028 starten, dann jedoch nicht mehr im linearen Fernsehen, sondern auf YouTube laufen.
Der Mitteldeutsche Rundfunk wollte die Einstellung auf Anfrage von TAG24 zunächst nicht bestätigen. Pressesprecher Michael Naumann räumte jedoch ein, dass die bislang durch die Bundesländer nicht erfolgte Erhöhung des Rundfunkbeitrags eine umfangreiche Budget-Kürzung für den MDR bedeute.
"Diese Situation zwingt den MDR zu strategischen Entscheidungen, die sich unvermeidbar auch auf den Umfang unserer Programmangebote auswirken werden", so der Pressesprecher. "Gleichzeitig geht es darum, die Stärken des MDR zu bewahren."
Der Sender wolle erst Rundfunk- und Verwaltungsrat sowie die eigenen Mitarbeitenden informieren, hieß es.
Weiterer herber Schlag für das Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt
"MDR um 2" wurde bislang im Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt mit Sitz in Magdeburg produziert. Für die Niederlassung ist es ein weiterer herber Schlag, nachdem erst im Sommer 2023 das Vorgängerformat "MDR um elf" eingestellt wurde.
Die zeitgleich gestartete Nachmittagssendung sollte einen Ausgleich dafür bilden. Zwei der vier Moderatoren, Anja Petzold und Stefan Bernschein, waren bereits beim Vorgänger dabei. Nun steht offenbar auch "MDR um 2" vor dem Aus.
Das Magazin galt dabei offenbar als preiswert produziert,, weil viele Beiträge Zweitverwendungen aus anderen Magazinen waren. Die Entscheidung habe dennoch Folgen für seine Mitarbeitenden, da zahlreiche Aufgaben nun wegfallen.