Werden Leipzigs Schwimmbäder bald mit Künstlicher Intelligenz überwacht?

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Leipzig - Immer mehr Schwimmbäder in Deutschland, etwa in Köln, setzen auf die Unterstützung von Assistenzsystemen, die mittels Künstlicher Intelligenz (KI) Videoaufnahmen von Überwachungskameras in Echtzeit auswerten. So sollen gefährliche Situationen rechtzeitig erkannt und Menschen vor dem Ertrinken gerettet werden. In einer Beschlussvorlage fordert die AfD-Fraktion im Stadtrat, solche Systeme im Rahmen eines Pilotprojektes auch in den Anlagen der Leipziger Sportbäder zu testen.

In einigen deutschen Hallenbädern kommen digitale Ertrinkenden-Erkennungssysteme erfolgreich zum Einsatz, so etwa bereits in Köln. (Symbolbild)
In einigen deutschen Hallenbädern kommen digitale Ertrinkenden-Erkennungssysteme erfolgreich zum Einsatz, so etwa bereits in Köln. (Symbolbild)  © Fabian Sommer/dpa

Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind im vergangenen Jahr bundesweit 393 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen.

Knapp 90 Prozent der Unglücke hätten sich jedoch in unbewachten Binnengewässern wie Flüssen oder Seen ereignet, tödliche Badeunfälle in Schwimm- oder Freibädern seien vergleichsweise selten.

"Den wachsamen Augen der zahlreichen Bademeister ist es unter anderem zu verdanken, dass der überwiegende Teil dieser gefährlichen Situationen glimpflich endet", heißt es im Antrag der AfD-Fraktion.

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"Gleichwohl wissen wir, dass geschulte Aufsichtspersonen in Schwimmbädern nicht jederzeit alle Vorgänge im und außerhalb des Schwimmbeckens im Blick haben können."

An dieser Stelle könnten kamerabasierte KI-Systeme unterstützen, insbesondere in stark frequentierten Becken oder bei eingeschränkter Sicht.

Die AfD spricht sich daher für die Erprobung der KI-Technologie in einzelnen Leipziger Bädern aus. "Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf den Themen Kosten, Praxistauglichkeit und Datenschutz liegen", heißt es.

Verwaltung verweist auf hohe Investitionskosten

Künstliche Intelligenz wertet dabei die Aufnahmen von Überwachungskameras aus und alarmiert das Personal bei Auffälligkeiten. (Symbolbild)
Künstliche Intelligenz wertet dabei die Aufnahmen von Überwachungskameras aus und alarmiert das Personal bei Auffälligkeiten. (Symbolbild)  © Fabian Sommer/dpa

Im Verwaltungsstandpunkt erkennt auch das zuständige Dezernat für Umwelt, Klima, Ordnung und Sport die potenzielle Leistungsfähigkeit der KI-Helfer an: "Moderne Systeme analysieren kontinuierlich die Bewegungsmuster im Wasser und lösen Alarm aus, sobald eine Person regungslos bleibt oder absinkt."

Das Dezernat verweist jedoch auf Investitionskosten zwischen 80.000 und über 100.000 Euro - je nach System sowie Art und Größe des Beckens. Hinzu kämen monatliche Kosten für Support und Wartung.

Auch wenn die Unterstützung des Badepersonals unbestritten sei, müsse diesen Ausgaben ein entsprechender Mehrwert gegenüberstehen, heißt es. Auf eine damit einhergehende Personalreduzierung dürfe jedoch nicht gehofft werden.

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"Weder Rettungsmaßnahmen noch Erste Hilfe oder präventives Eingreifen können durch ein KI‑System ersetzt werden", so das zuständige Dezernat.

Man wolle sich nach einer Beobachtungsphase in diesem Jahr im Jahr 2027 erneut mit dieser Thematik beschäftigen, heißt es. "Über die Durchführung eines Pilotprojektes entscheidet die Geschäftsführung in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat der Sportbäder Leipzig GmbH."

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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