Leipzig - Der Leipziger Hauptbahnhof ist ein Kriminalitätsschwerpunkt. Auch die angrenzenden Parkanlagen gehören wohl zu den unsichersten Orten der Messestadt. Die CDU-Fraktion im Stadtrat forderte nun erneut die Einzäunung des Areals um den Schwanenteich. Die Verwaltung hat dem Vorstoß jedoch vorerst eine Absage erteilt.
"Der Schwanenteich-Park soll endlich wieder ein Erholungsort für alle sein", heißt es im Beschlussvorschlag der Christdemokraten.
Dafür müsse das erst kürzlich sanierte Areal jedoch "sauber und sicher" sein. "Damit nicht über Nacht durch zweckentfremdete Nutzung der Park vermüllt, die Sitzmöbel verdreckt, das Gebüsch als Toilette und Drogenumschlagsort missbraucht wird, ist nach dem Vorbild französischer und englischer Stadtteilparks der Park einzufrieden", fordert die CDU.
Die Umzäunung des Westfalen Parks in Dortmund sowie die des Görlis in Berlin führt die Partei dabei als "erfolgreiche" Beispiele an.
In Leipzig solle diesbezüglich eine "attraktive und dem Ort angepasste Form" gefunden werden, die "einlädt und nicht abweist", heißt es im Beschlussvorschlag der Union weiter.
Dass man das Problem des Drogenhandels sowie der damit häufig einhergehenden Gewaltdelikte lediglich verdränge, ist der Stadtratsfraktion dabei jedoch bewusst: "Dennoch könnte man erwarten, dass dadurch die Wirtschaftlichkeit dessen verschlechtert wird und dadurch zusätzlich ein Beitrag zur Minimierung dessen geleistet werden kann. Die Sicherheit vieler muss letztlich mehr wiegen."
Stadtverwaltung erteilt CDU-Vorstoß Absage
Die Stadtverwaltung wies den Vorschlag nun jedoch zurück. Die Einzäunung sei demnach weder aus gestalterischer, funktionaler noch aus kriminologischer Sicht sinnvoll, heißt es.
Zudem stehe der Schwanenteich-Park unter Denkmalschutz.
Bei der Errichtung der Fundamente für den knapp 600 Meter langen Zaun mit acht Toranlagen würden außerdem die Wurzeln der Bäume am Rande des Parks beschädigt werden, argumentiert das Umweltdezernat.
Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass verschiedene Ämter und beteiligte Akteure ihre Maßnahmen im Bereich des Hauptbahnhofes bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 "erneut intensiviert und ausgebaut" hätten, um den bestehenden Problemen entgegenzuwirken.
So seien etwa die Reinigungsintervalle erhöht und die Bestreifung des Gebiets durch den Stadtordnungsdienst und die Polizei intensiviert worden. Auch soziale Angebote, etwa durch Streetworker, seien bereits ausgebaut worden.
Der Bau des Zauns um den Görli in Berlin könne zudem laut der Verwaltung eindeutig nicht als Vorbild dienen: Die nächtliche Schließung der Parkanlage habe in der Hauptstadt lediglich dazu geführt, dass "jene Menschen, die in der Grünanlage bis dato nächtigten oder sich zumindest dort aufhielten, nunmehr in den Hinterhöfen und Treppenhäusern der umliegenden Wohngebäude anzutreffen sind".