Elch-Jagd an sächsischen Autobahnen? Leipziger Chef-Tierarzt blickt auf 30 Jahre Zoo zurück

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Leipzig - Nach mehr als 30 Jahren Dienst im Zoo Leipzig verabschiedete sich Chef-Tierarzt Dr. Andreas Bernhard (64) in den Ruhestand. Nun blickte er zurück auf seine Karriere, skurrile Anrufe und das Leben im Zoo-Rampenlicht.

Der ehemalige Chef-Tierarzt Dr. Andreas Bernhard wurde von Zuschauern unter anderem gefragt, ob er einen Elch an der Autobahn betäuben könne.
Der ehemalige Chef-Tierarzt Dr. Andreas Bernhard wurde von Zuschauern unter anderem gefragt, ob er einen Elch an der Autobahn betäuben könne.  © Marc Thenau

"Ich hab ja schon Anrufe gekriegt: 'Hier steht ein Elch auf der Autobahn bei Grimma'", erinnerte sich der ehemalige Leipziger Chef-Tierarzt im "Elefant, Tiger & Co."-Podcast.

Damals hätten sich die Anrufer wohl erhofft, dass der professionelle Blasrohr-Schütze das riesige Tier schnell außer Gefecht setzen könnte. "Ja, und? Was soll ich da machen?", habe sich da der 64-Jährige gedacht. Schließlich funktioniere das mit der Betäubung via Blasrohr gar nicht so einfach.

Den Grund für die Annahme, man könne Tiere schnell und einfach mit einem Pfeil stoppen, sieht Bernhard bei "Elefant, Tiger & Co.". Denn auch wenn die Sendung schon viel für die Vermittlung zum Thema Zoo-Tierpflege geleistet habe, könne man an bestimmten Stellen noch nachjustieren.

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"Wenn das Pusten dann mal mit vorkam, wurde gepustet und im nächsten Moment fiel das Tier um. So ist es eben nicht. Das dauert 15 bis 20 Minuten, bis das Tier liegt", so der Tierarzt. Trotz der Hinweise komme diese Tatsache nur selten beim Zuschauer an, was zu derartigen Anrufen führe.

Ob es sich bei dem Elch eventuell um die Elchkuh Elwira handelte, die mit ihrem Spaziergang durch die Leipziger Region im vergangenen Oktober für Schlagzeilen sorgte, verriet Bernhard leider nicht.

Klarer Schlussstrich nach mehr 30 Jahren

Dr. Andreas Bernhard (64) wünscht sich eine klare Linie nach seinem Eintritt in den Ruhestand.
Dr. Andreas Bernhard (64) wünscht sich eine klare Linie nach seinem Eintritt in den Ruhestand.  © imago / Picture Point

"Ich konnte mir nicht vorstellen und hab das auch mit unserem Chef so besprochen, dass man hier noch irgendwie Teilzeit dazwischenfunkt", verriet Bernhard. Es müsse eine klare Linie geben. Zwar stehe er noch immer für Ratschläge oder Unterstützung zur Verfügung, habe aber auch vollstes Vertrauen in seine Nachfolgerin Anja Hantschmann.

In den Zoo würde er vor allem wiederkommen, wenn er ehemalige Kolleginnen und Kollegen wiedersehen möchte.

Abgesehen davon wolle er auch den Enkel-Urlaub im kommenden Jahr in Leipzig verbringen. Wie passend, dass auch die drei sehr an Natur und Tieren interessiert sind. "Da werden wir mit Sicherheit ein-, zweimal im Zoo landen."

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In seinem Alltagsleben habe Dr. Andreas Bernhard bisher keine großen Veränderungen bemerkt. Ob er auch im Zukunft noch während des Wocheneinkaufs von Zuschauern erkannt wird, wird sich zeigen.

Was der ehemalige Chef-Tierarzt aus 30 Jahren Zoo sonst noch zu berichten hat, hört Ihr im "Elefant, Tiger & Co."-Podcast auf MDR.de.

Titelfoto: Bildmontage: Marc Thenau, imago / Picture Point

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