Leipzig - Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt sind am Montag bei Wiedemar (Landkreis Nordsachsen) die ersten von insgesamt 200 geplanten Feldhamstern in diesem Jahr ausgewildert worden. Damit kehren nun weitere Tiere der vom Aussterben bedrohten Art auf den heimischen Acker zurück.
Dabei waren am Montag auch Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU, 54) und der Direktor des Leipziger Zoos Prof. Jörg Junhold (62).
"Der Feldhamster war einst weitverbreitet in Sachsen", sagte von Breitenbuch. "Doch Dürreereignisse haben um das Jahr 2019 zu einem drastischen Rückgang der Population geführt. Dank der Zusammenarbeit vieler Akteure in den letzten Jahren konnten erste Feldhamster wieder erfolgreich in Nordsachsen angesiedelt und so vor dem Aussterben bewahrt werden."
Einer dieser Akteure ist der Zoo Leipzig, wo wilde Feldhamster nachgezüchtet werden. "Für uns ist jede Auswilderung ein bewegender Augenblick", sagte Prof. Junhold.
"Tiere wieder in ihren natürlichen Lebensraum zurückzubringen, zeigt, dass engagierter Artenschutz konkrete Wirkung entfalten kann. Dass wir erneut Feldhamster auswildern können, ist das Ergebnis großer Leidenschaft und enger Zusammenarbeit - von den Tierpflegerinnen und Tierpflegern im Zoo über die beteiligten Landwirte bis hin zum Arbeitskreis Feldhamsterschutz und vielen weiteren Unterstützern."
EU unterstützt Artenschutzprojekt mit Millionen
Im Rahmen des von der EU geförderten Projektes "LIFE4HamsterSaxony" soll die Population des Feldhamsters in seinem letzten Vorkommensgebiet in Sachsen gestärkt und entwickelt werden.
Dafür werden auf Teilflächen des Projektgebietes in Nordwestsachsen schrittweise ackerbauliche Maßnahmen umgesetzt.
Erprobt werden soll unter anderem der Anbau hamsterfreundlicher Kulturen, welche die negativen Wirkungen des Klimawandels für die Säugetiere, wie mangelnde Deckung durch eine frühzeitigere Ernte und zu geringe Versorgung mit Feuchtigkeit in Trockenjahren, kompensieren und - soweit möglich - auch landwirtschaftlich nutzbar sind.
Das Projektgebiet mit einer Gesamtfläche von 6000 Hektar und einer geplanten Maßnahmenfläche von knapp 400 Hektar liegt in der Ackerebene Nordwestsachsens südwestlich von Delitzsch und nördlich des Flughafens Halle-Leipzig.