"Clivia" am Theater Magdeburg: Viel besser wird es nicht

Magdeburg - Seit November läuft die eher unbekannte Berliner Operette "Clivia" am Theater Magdeburg. TAG24 stattete dem Musikstück einen Besuch ab - und kann wärmste Empfehlungen aussprechen!

Die Operette "Clivia" feierte Premiere am Theater Magdeburg.  © Theater Magdeburg/Andreas Lander

Der Junge Louis, der der nächste große Star-Reporter sein will, träumt nachts von einem Skandal, der seinen Namen machen soll. Er beobachtet als Journalist einen Putsch-Versuch in Boliguay, der einfach alles hat - arrangierte Ehen, Intrigen, Glamour und Liebe.

Als sich Louis dann auch noch in die Generalin Yola verliebt und es auf ihn ankommt, den Prozess um den Putsch-Versuch zu lösen, muss er sich zwischen seinem Traum, der Liebe und der Gerechtigkeit entscheiden.

"Clivia" wurde vom Magdeburger Generalintendant und Regisseur Julien Chavaz überarbeitet und zeitgemäß angepasst. Chavaz kreiert mit dieser "Clivia" einen leichten, fröhlichen, revue-ähnlichen Musikabend.

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Die Inszenierung ist gespickt von grandiosen Gruppenszenen, kraftvollen Soli und Duetten, einem originellen, glitzernden Bühnenbild und hochwertigen Kostümen. Dabei spielt das Stück mit Klischees, bewehrten Musical- und Operettentechniken, einem riesigen Spitzen-Ensemble und einer fabelhaften Choreografie.

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Theater Magdeburg überarbeitet Berliner Operette

Im Zentrum des Musikstücks steht die amerikanische Star-Schauspielerin Clivia Gray (gespielt von Anja Backus).  © Theater Magdeburg/Andreas Lander

Choreograf Daniel Daniela Ojeda Yrureta nutzt klassische lateinamerikanische Einflüsse und lässt die Magdeburger Ballettcompagnie nicht nur Tango und Can-Can tanzen, sondern auch steppen.

Die Compagnie, die sehr offensichtlich sehr viel Spaß an der feinen und einfallsreichen Choreo findet, ist die perfekte Unterstützung zu einem schillernden Schauspielensemble.

Anja Backus als Clivia Gray und Andreas Bongard als Juan Damigo spielen das Pärchen, was sich am Anfang nicht ausstehen kann und sich dann - natürlich - doch noch ineinander verliebt.

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Dabei sind die beiden so charmant-brilliant, dass auch der Kitsch, der sich wohl platziert durch die ganze Operette zieht, ihrer Strahlkraft keinen Abstrich macht - im Gegenteil.

Benjamin Sommerfeld als der schmierige Finanz-Hai Potterton ist cartoon-haft fies und zieht alle Blicke auf sich. Highlight der Inszenierung ist aber immer wieder Carmen Steinert, die in ihrer Hosenrolle als Louis mal kindlich naiv, mal übertrieben romantisch und mal überzeugend urkomisch zu sehen ist.

Reporter Louis (r., gespielt von Carmen Steinert) muss sich zwischen seinem Traum, der Liebe und Gerechtigkeit entscheiden.  © Theater Magdeburg/Andreas Lander

Ist "Clivia" einen Besuch wert?

Ist "Clivia" einen Besuch wert?  © Theater Magdeburg/Andreas Lander

Mit der Unterstützung von der makellosen Magdeburger Philharmonie entsteht ein zauberhafter Abend, der das Publikum sowohl im Szenen- als auch im Schlussapplaus in stürmische Ovationen ausbrechen lässt.

Fazit: Bei "Clivia" ist zu überlegen, ob es diese Spielzeit oder gar in den letzten paar Jahren eine vergleichbar fantastische Darbietung auf dem Magdeburger Spielplan zu finden gab.

Die Operette wirkt zuweilen wie eine schillernde Revue und treibt mit Choreografie, Bühnenbild, Musik und Schauspielleistung der Extraklasse den Theatergenuss auf die absolute Spitze.

Weitere Vorstellungen findet Ihr im Spielplan des Theaters.

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