Magdeburg - Alle an Bord! Am Freitagabend feierte das Theater Magdeburg Premiere der Performance "Pussyking and The Pirates".
Der nicht-binäre Autor und Regisseur Cy Linke dürfte dem Magdeburger Publikum bereits durch das Hit-Schauspiel "Sex und Kartoffeln" ein Begriff sein.
In "Pussyking and The Pirates" sticht Linke mit einer queeren Crew in See und versucht die fehlenden Teile einer Karte zu sammeln, um endlich die Insel Liberatalia finden zu können.
Der etwa 70-minütige Performance-Abend vereint zahlreiche Kostüme, Drag-Performance, Schauspiel und Musik.
Cy Linke performt auf der kleinen Bühne im Schauspielhaus, die als pinkes Schiffswrack gestaltet wurde, und singt, tanzt, spielt Akkordeon. Der Autor berichtet über das eigene Dasein als queere Person und verknüpft es geschickt mit interessanten Fakten über weltbekannte Piraten.
Cy Linke auf der Bühne zu beobachten macht großen Spaß! Der Humor ist manchmal derb und obszön, manchmal clever mit Bezug auf das aktuelle politische Weltgeschehen und manchmal fast kindlich und ulkig.
Ist "Pussyking and The Pirates" einen Besuch wert?
In einem niederschmetternden Finale erhalten Linke und Crew eine Abreibung, die die Karten - wortwörtlich - ganz neu mischt und ein unerwartetes und berührendes Ende herbeiführt.
Leider kommt etwa ab der Hälfte der Performance der roten Faden etwas abhanden und das Stück verrennt sich in scheinbar zusammenhangslose Sketche und Tänze, die nur bedingt beim Publikum landen.
Auch muss man schon sehr in der links-alternativen und queeren Bubble drinstecken, um viele der Referenzen im Stück verstehen zu können. "Pussyking and The Pirates" wurde klar inspiriert von Taika Waititis (50) Sendung "Our Flag Means Death" - aber wer hat das schon gesehen (abgesehen von Cy Linke und der TAG24-Redakteurin)?
Fazit: "Pussyking and The Pirates" am Theater Magdeburg ist ein queerer Gute-Laune-Abend - und wer mag denn bitte keine Piraten? Cy Linke lässt der Kreativität freien Lauf, überlässt ihr aber etwas zu sehr das Steuer.
Wenn sich der Zuschauer darauf einlässt, kann man mit den Piraten auf der "Pussycat", Blackbeard und Anne Bonny sicherlich Spaß haben, den Geschmack des breiten Publikums trifft es allerdings nicht.
Weitere Vorstellungen findet Ihr auf dem Spielplan des Theaters.